Wann sollen die Eingeladenen kommen? Wohin sollen sie kommen? (Teil 1)

Für manche Beteiligte beginnt der Tag bereits recht früh, zum Beispiel wenn sie enge Familienangehörige und/oder Trauzeugen sind. Da fällt nämlich schon am Vormittag die Standesamtliche Trauung an. Um die Uhrzeit den betreffenden Personen bekannt geben zu können, muss man beim Standesamt logischerweise eine ausmachen. Also hab ich mich schlau gemacht, bin zum Standesamt und hab mir sagen lassen, welche Unterlagen ich und mein Zukünftiger mitzubringen haben, wenn wir vorbeikommen, um den Termin und andere Dinge abzusprechen. Schön brav haben wir dann zu dem ersten Treffen unseren Personalausweis, die Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde und die Geburtsurkunde mitgebracht.

Die Aufenthaltsbescheinigung bekommt man meist in demselben Gebäude, in dem auch die Trauung stattfindet – heißt unserorts Rathaus. Auf dieses wichtige Dokument kann offenbar nur ein Mitarbeiter aus dem Einwohnermeldeamt zugreifen, was dann pro Person 8 Euro kostet. Dann trägt man die Meldebescheinigung zwei Stockwerke weiter zum Standesamt und gibt es dort ab. Es wäre wohl praktischer, wenn der Standesbeamte sich diese Unterlage einfach selbst ausdrucken könnte, doch dann hat man ja keinen Grund den Heiratswilligen extra Geld abzuknöpfen ;-)
Man benötigt den Personalausweis nicht nur beim Standesbeamten, sondern auch um die Meldebescheinigung zu bekommen. Normalerweise trägt der Mensch diesen stets bei sich – außer er wurde einem kurz vorher mit samt der Handtasche entwendet. Dann muss zuerst ein neuer Personalausweis beantragt werden – aber das ist bei weitem nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Könnt ja jeder kommen und sagen, dass er Nina Büchlein heißt … Mit Hilfe der  Geburtsurkunde geht das aber. Wenn diese zu ordentlich aufgeräumt wurde und nicht aufgefunden werden kann, muss man sie beantragen. Von der Mitarbeiterin im Rathaus erfuhr ich dann, dass man die im Einwohnermeldeamt bekommt. Daraufhin hab ich im Einwohnermeldeamt Mainbernheim angerufen, nachdem ich dort nach meiner Geburt gemeldet war, und bekam eine neue Info: Die Geburtsurkunde wird in dem Ort aufbewahrt, in dem man geboren wurde. Gut zu wissen – dann hab ich eben dort angerufen. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte mir, dass ich die Geburtsurkunde einfach abholen kann – ich soll nur bitte den Personalausweis mitbringen. Bis ich der Frau erklärt habe, dass ich die Geburtsurkunde brauch, um einen neuen Ausweis zu bekommen, verging etwas Zeit. Alternativ zum Personalausweis könnte ich jedoch auch jemanden von meinen Eltern mitbringen, die bestätigen können, dass ich ich bin … Papa in Italien + Mama auf Arbeit = ziemlich blöd :-( Nach dieser Odysse bin ich dann entnervt nach Hause gegangen und hab die Wohnung nochmals auf den Kopf gestellt – und war wieder einmal überrascht von mir: Dass ich ordentlich bin, wusst ich ja schon länger, doch dass ich SOOO ordentlich bin und Sachen nicht einfach nur wegräume, sondern auch noch dorthin lege, wo sie hingehören, hat mich doch fast ein wenig begeistert :-) Zu guter letzt hab ich dank meines Ordnungssinns die Abstammungsurkunde nämlich doch noch gefunden!!!
Das dritte Dokument, die Geburtsurkunde, sollte in der Regel im Stammbuch der Eltern sein bzw. bei den eigenen Unterlagen. Ist dies nicht der Fall, bekommt man die Abstammungsurkunde beim Standesamt des Geburtsortes, wie ich gerade eben schon geschrieben hatte. Keine Sorge, wenn man die Geburtsurkunde für die Hochzeit beantragt, ist das nicht so ein Riesen-Act. Dafür reicht es, eine Email an die zuständige Bearbeiterin zu schicken, 7 Euro auf das entsprechende Konto zu überweisen und nur ein paar Tage später hat man die Urkunde im Briefkasten – wer soll das verstehen?

Jetzt waren wir mit unseren Unterlagen also im Standesamt und haben unseren Wunschtermin genannt. Als der Standesbeamte gesehen hat, dass das ein Samstag ist, hat er uns nach Hause geschickt mit dem Hinweis: „Ob wir an dem Samstag im Juni trauen, das muss ich erst mit meinen Kollegen besprechen.“ In den Sommermonaten wird in unserem Wohnort nämlich nur an einem Samstag im Monat getraut! Man kann da natürlich nicht den Samstag nehmen, für den es schon eine Anfrage gibt! Also haben wir uns nochmal einen Vormittag genommen (Öffnungszeiten enden nämlich um 12.00 Uhr) und sind ein weiteres Mal dorthin gegangen. Ist ja zum Glück nicht so, dass wir vormittags arbeiten müssten … Beim zweiten Treffen haben wir dann eine Uhrzeit ausgemacht („Um wieviel Uhr soll denn die Trauung sein, wenn ich an dem Tag Lust habe, Sie zu trauen?“) und grob den Ablauf geplant: Ab wann können wir rein? Wie lange dauert die Trauung? Ist es evtl. möglich, anschließend im Rathaus einen Sektempfang zu machen? Könnten wir die dafür benötigten Utensilien bereits einen Tag vorher vorbeibringen? Nachdem diese und ein paar weitere Formalitäten besprochen waren, haben wir im Standesamt noch rund 150 Euro Trau- und was-weiß-ich-was-noch-alles-Gebühr gelassen und danach durften wir gehen.

Das Ergebnis nach dieser Rennerei: Samstag, 27.06.2009 – 11.00 Uhr Standesamtliche Trauung im Standesamt Kitzingen
Damit hatten wir zumindest schon mal die ersten Eckdaten für ein paar der Gäste!

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