Hochzeitsreise – Tag 8

Nun ist mittlerweile schon der 20. August 2010 und somit quasi Bergfest – die halbe Flussfahrt haben wir schon fast hinter uns, nachdem wir heute am Nachmittag den Kilometer Null erreichen sollten … doch dazu komm ich später noch!

Erstmal erwartete uns am 20. August der Ausflug ins Donaudelta. Das Donaudelta ist eine Welt für sich. Hier spaltet sich die Donau in drei Hauptarme und viele, viele Nebenarme auf, die man nur mit einem Boot erkunden kann. Im Laufe der Zeit entstand hier eine Wildnis mit Wasserläufen, Seen, schwimmenden Schilfinseln, Wiesen und Dünen, die von einem Labyrinth von Kanälen durchzogen ist – ein Paradies für etwa 300 verschiedene Vogelarten!
Mit einem Ausflugsschiff schipperten wir durch das Donaudelta und machten jede Menge Bilder von Vögeln im Wasser, an Land und in der Luft. Meine Leidenschaft fürs Filmen hab ich an diesem Tag entdeckt, als ich urplötzlich festgestellt habe, dass sich die Vögel für den Fotoapparat manchmal einfach zu schnell bewegen … :-)
Das Highlight der Ausflugsgäste – nicht meines! – war der Fisch, der aus dem Wasser aufs Boot gehüpft ist und den der Reiseführer dann allen ganz stolz zeigen musste. Das arme Tier ist dem Reiseführer doch völlig verschreckt vom Arm gesprungen – und zwar direkt auf Ingos Schoß! Das war vielleicht eine Sauerei; Hose und Jacke hab ich gedanklich schon abgeschrieben … doch die Bordreinigung hat es geschafft, die Flecken aus der Kleidung zu entfernen :-) Vielen Dank!

Nach dem Mittagessen hat Ingo sich erstmal schlafen gelegt, während ich aufs Sonnendeck ging, wo es heute jedoch ziemlich windig und gar nicht so angenehm war. Doch wir sollten ja bald Kilometer Null erreichen und das wollte ich natürlich auf keinen Fall verpassen! Ob Ingo das Ziel unserer Reise verschlafen hat oder ob er rechtzeitig wach wurde, weiß ich bis heute nicht – aber sollte er geschlafen haben, hat er nicht sooo viel verpasst, denn so spektakulär wie wir uns das vorgestellt hatten, war es leider nicht :-(
Ich war ganz erpicht darauf, das Schwarze Meer zu entdecken, das bei Kilometer Null meiner Meinung nach eigentlich auf uns warten sollte. Allerdings ist Kilometer Null nicht – wie man meinen könnte – dort, wo die Donau ins Schwarze Meer fließt, sondern mehrere Kilometer entfernt davon, so dass man das Schwarze Meer nicht mal am Horizont erahnen konnte. Die Drehung des Schiffes um 180 Grad (Rondo) war dann doch für fast alle Mitreisenden ein Erlebnis! Mit Sekt bzw. Grapefruitsaft für die Nicht-Alkohol-Trinkenden wurde dann auf das „Ziel der Reise“ angestoßen (zum Glück wurden wir dennoch wieder mit zurückgenommen :-) ) – sogar der Kapitän mischte sich mit unters Volk!

2226 km waren wir von Passau bis Sulina gefahren und es begann unsere Rückreise. Ingo und ich gönnten uns zum ersten Mal einen Cappuccino in der Panorama-Bar zur Feier des Tages und freuten uns auf das Gala-Buffet, das uns am Abend aufgetischt werden sollte: ganz viele Salate, Fisch- und Fleischgerichte, Desserts, … und noch vieles mehr, was das Herz begehrt :-)
Der krönende Abschluss des Abends war die Wahl der Lady Sofia, bei der 5 der 6 freiwilligen Kandidaten aus der Gruppe der Taubstummen stammte. Da das Personal nicht so flexibel war, um ein Spiel abzuändern oder kurzerhand wegzulassen, mussten die Kandidaten sich neben Aufgaben wie Frisieren und Küsse-Verteilen auch durch einen Walzer sowie eine Opern-Aufführung, bei der sich u.a. das Tempo zwischenzeitlich veränderte, kämpfen. Doch die Kandidatinnen und die dazugehörigen Kandidaten haben alle Aufgaben mit Bravour gemeistert und so konnten wir die Wahl zur Lady Sofia erfolgreich abschließen – und mit dieser den 8. Tag unserer Hochzeitsreise!

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