Chaos pur!

Trotz aller Vorkehrungen und Vorbereitungen, die wir bereits viele Wochen vor dem mutmaßlichen Geburtstermin getroffen haben, wartete auf mich frischgebackene Mutter zu Hause ein Riesen-Durcheinander! Es ist wirklich unglaublich, was sich in einer knappen Woche so alles anhäufen kann und für mich als ordnungsliebenden, um nicht zu sagen ordnungsfanatischen Menschen war das schlimmer als jeder Horrorstreifen – und wer mich kennt, der weiß, dass das nicht übertrieben ist! Nun stelle man sich mal vor, ich wäre auch noch überraschend ins Krankenhaus gekommen…

Nachdem unser kleiner Sonnenschein sich so lange wie möglich Zeit gelassen hat, hat meine Frauenärztin bei einer der Kontrolluntersuchungen beschlossen:  ‚Jetzt reicht es! Morgen gehen Sie zur Untersuchung direkt ins Krankenhaus!‘ Daraufhin meldete ich mich im Krankenhaus und die diensthabende Hebamme meinte, ich solle meinen Koffer gleich mitbringen. Von der Oberärztin im Krankenhaus wurde mir auch mitgeteilt, dass ich ohne unser Baby nicht mehr gehen werde. Es stand also fest, dass ich am Donnerstag früh in die Klinik und erst eine Woche später wieder nach Hause kommen würde. Mit meinem schon seit Wochen gepackten Koffer – da gehört jede Menge rein (eine Liste gibt es hier) – verließ ich daher die Wohnung in ordentlichem Zustand, damit ich die Wohnung auch in einem ordentlichen Zustand wieder betreten konnte. Allerdings hab ich dabei nicht bedacht, dass sich in unserem Daheim trotzdem jede Menge Staub aufhält und es sich dort bequem machen wird. Und auch mein Mann war ab und zu daheim, machte sich etwas zu essen, badete, usw. und da er natürlich sehr viel Zeit bei uns verbrachte,  konnte er diese nicht damit zubringen, Ordnung zu schaffen. Darüber machte ich mir bis zu meiner Entlassung und dem Nachhause-Kommen auch keine Gedanken, aber dort angekommen merkte ich, dass auch ich von Stimmungstiefen und Heultagen (Wer hat nur diesen Babyblues erfunden???) nicht verschont werde. Vor der Geburt habe ich darüber noch gelacht – ich bin doch kein Sensibelchen – aber so ein Baby verändert alles!

Der Staub war jedoch nicht das einzige, das sich angesammelt hat; dazu kam die Post, die bearbeitet werden wollte, das Wissen, dass ich alle etwa 4000 Spiele in ein neues Shopsystem eingeben musste und zudem gab es jede Menge Anträge, die gestellt werden sollten (Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit, … ). Glücklicherweise musste ich in die Anträge nur noch Name des Kindes und Geburtsdatum eintragen, da ich mir diese schon rechtzeitig vorher ausgedruckt und ausgefüllt hatte. Außerdem mussten wir uns ja auch noch an den Alltag mit Baby gewöhnen. Wir hatten uns irgendwie der Illusion hingegeben, dass das alles von ganz alleine passiert, doch dass das ein Irrtum war, haben wir sehr schnell gemerkt :-)

Ich danke an dieser Stelle von Herzen meiner ganzen Familie, die mich im Haushalt unterstützten, Essen lieferten, das Küken kurzzeitig hüteten (damit ich mal in Ruhe duschen konnte) und vor allem Seelsorge leisteten!

Was so ein Baby alles braucht…

In unserer kleinen Familie ist tatsächlich relativ schnell Normalität eingekehrt. Das lag wahrscheinlich im Großen und Ganzen daran, dass wir uns im Vorfeld schon jede Menge Gedanken gemacht haben, was so ein Baby eigentlich braucht und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen haben. Nennt man im Fach-Jargon „Nestbautrieb“ – das ist schon ne nützliche Erfindung :-)

Kommen wir also zu den Dingen, die man unbedingt in der Wohnung bzw. im Haus haben sollte, wenn das kleine Wunder dann nach Hause kommt und sich so richtig wohlfühlen soll. Während der Schwangerschaft wird man(n) und natürlich ganz besonders frau mit allen möglichen Ratgebern bombardiert und jeder weiß alles besser als die anderen. Wobei … das stimmt nicht ganz; es gibt ein paar wenige Themen, bei denen sich die Ratgeber auch einig sind. Dazu gehören unter anderem die vielen Checklisten, in denen nachgelesen werden kann, was auf keinen Fall fehlen darf, wenn man mit dem/der Kleinen aus dem Krankenhaus kommt. Ich muss gestehen, dass diese Listen schon sehr hilfreich waren und ich hab mir eine von diesen ausgesucht und schön brav abgehakt, was wir schon haben und was wir noch brauchen. Doch hab ich mir auch die Freiheit genommen, einiges zu streichen, was meiner Meinung nach nicht zwangsläufig vorhanden sein muss.

Das erste, was wir angeschafft haben, war das Kinderzimmer. Lange haben wir im Internet nach Möbeln gesucht, haben uns Kinderbetten und -schränke und Wickelkommoden in Möbelhäusern angesehen, um dann letztendlich einem Tipp von Freunden folgend in Hafenlohr im Lagerverkauf von Paidi zu landen. Dort wurden wir auch prompt fündig und ich entschied mich ein weiteres Mal für Ingo!
Ingo ist ein Kinderzimmer, bestehend aus Kinderbett, Wickelkommode mit Unterstellregal, Kleiderschrank, Wandregal und Garderobenleiste (für die vielen Jacken und Anoraks, die ein Baby braucht ;-) ). Da wir uns ja erstmal nur umsehen wollten, konnten wir das Kinderzimmer nicht gleich mitnehmen und ließen es reservieren, um Ingo in Ingos Urlaub abzuholen. Das war eine recht spannende Angelegenheit, denn das Kinderzimmer war ein Auslaufmodell und es gab nur noch das bereits aufgebaute Ausstellungsstück. Da wir einen großen Hänger dabei und keine Lust zum Abbauen hatten, gab es keinen Grund, irgendwas auseinander zu bauen. Dachten wir! Bis wir wieder in Kitzingen waren, gab es den auch wirklich nicht, aber dann … Dank der Hilfe des baldigen Opas standen die meisten Möbel recht schnell im Kinderzimmer; nur der Kleiderschrank wollte nicht so wie wir. Zu dritt kämpften mein Papa, mein Mann und mein Schwager mit dem Schrank und kamen zu folgendem Ergebnis: „Der Schrank kommt nicht ins Kinderzimmer, sondern in den Laden!“ Ähm, wie bitte? Wem soll der Kleiderschrank im Laden denn nützen?? Glaubt ihr, ich geh jedesmal zum Umziehen mit dem Kleinen zwei Straßen weiter??? Glücklicherweise wurde der Schrank im Laden nur auseinandergebaut und dann in Einzelteile zerlegt in die Wohnung gebracht, um dort wieder aufgebaut zu werden. (In aufgebautem Zustand hatte der Schrank Ingo einfach zuviel Gewicht.)
Was war ich froh, als der Schrank und die Wickelkommode endlich standen und ich die vielen Strampler, Bodies, Oberteile, Söckchen, Schlafsäcke, Handtücher, Spucktücher, Lätzchen, Wickelutensilien, uvm. einräumen konnte. Das Kinderzimmer wurde nun noch mit Stillsessel und „Liegewiese“ vervollständigt – fertig! „Hast du gehört, kleine Maus? Dein Zimmer steht, ist komplett eingerichtet, du kannst kommen!!!“

Ein paar Kleinigkeiten von der Checkliste fehlten zwar noch, aber: Wer stillt, braucht keinen Fläschchenwärmer. Wer ein Baby hat, das sich nicht vom Fleck bewegt, braucht noch keine Steckdosensicherungen, Türstopper, Schubkastensperren oder einen Kantenschutz. Wer keine Treppen hat, braucht keine Treppensicherung. Wer nicht in Urlaub fährt, braucht auch kein Reisebett. All diese Dinge kann man auch dann noch besorgen oder ausleihen, wenn der Nachwuchs da ist und man feststellt: Also, jetzt wäre es gut, … zu haben!
Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann vieles haben, muss man aber nicht :-) Im Notfall schläft ein Baby auch im Elternbett gut, Kleider gibts zur Geburt von ganz vielen Verwandten und Freunden, Windeln & Co. gibts im nächsten Supermarkt und wozu hat frau denn einen Mann, wenn sie ihn nicht losschicken und Besorgungen machen lassen kann? ;-)