Spielend lernen

„Spielen ist nicht nur etwas für Kinder und auch nicht einfach nur ein Zeitvertreib, sondern eine Leidenschaft, die einen – einmal gepackt – nicht mehr so schnell loslässt!“ Das sag ich gerne zu Leuten, die nur verständnislos den Kopf schütteln, wenn sie hören, dass man zu Spieletreffs geht und dort Brett- und Kartenspiele mit Freunden spielt. Viele denken bei dem Wörtchen „spielen“ automatisch an Kinder, die miteinander in der Bau-Ecke Türme bauen, sich in der Puppen-Ecke verkleiden oder gemeinsam am Tisch Memory spielen.
Natürlich ist es eine Tatsache, dass  es mehr Kinder als Erwachsene gibt, die beim Spielen beobachtet werden können. Schließlich ist es so etwas wie der Beruf eines Kindes zu spielen, denn gerade durch das Spielen erwerben Kinder ganz viele Fähigkeiten, die sie brauchen, um den Alltag in unserer Gesellschaft meistern zu können.

Von Anfang an trainieren Babys ihre Fertigkeiten in verschiedenen Kompetenzbereichen (sozial, emotional, sprachlich, kognitiv, motorisch, kreativ, …). Durch ihr Schreien treten sie in Kontakt mit ihren Mitmenschen, in erster Linie mit den Eltern. So machen sie aufmerksam auf sich und ihre Bedürfnisse nach Essen und Trinken, einer neuen Windel oder Nähe und Geborgenheit. Sie versuchen, Geräusche, Mimik und Gestik der Eltern zu imitieren und lernen so mit anderen Menschen verbal und nonverbal zu kommunizieren. Sie fangen an, erst ihren Kopf und später dann den ganzen Körper zu drehen, um ihr Sichtfeld zu vergrößern und andere Dinge oder jemanden bzw. etwas bestimmtes zu sehen. Irgendwann beginnen sie nach Gegenständen zu greifen, um sie genauestens mit all ihren Sinnen untersuchen und erforschen zu können.
Die Liste hier könnte endlos fortgeführt werden, denn das Lernen hört ja bekanntlich nie auf. Allerdings würde das jetzt zu weit führen und ich belasse es bei den paar kleinen Beispielen :-)

In der Regel konzentrieren sich die Kleinen auf einen Schwerpunkt, der ihnen jetzt gerade wichtig ist und lassen dafür andere Bereiche links liegen. Es muss sich deshalb keiner Gedanken machen, wenn sein Baby erst einmal keine Ambitionen hat, sich umzudrehen und stattdessen lieber vor sich hin gluckst und plappert und so seine sprachlichen Fertigkeiten weiter ausbaut. Unser Kleiner hat sich auch lange Zeit nicht zur Seite drehen, geschweige denn sich ganz umdrehen wollen – und dann war er in unserer Krabbelgruppe einer der ersten, der gekrabbelt und gelaufen ist. Keine Ahnung, auf was er sich in der Zeit konzentriert hat, in der er nur herumgelegen ist, aber Eltern müssen auch nicht alles wissen ;-)

Hier auf den Fotos könnt ihr sehen, mit was sich unser Küken bisher so beschäftigt hat, wenn er nicht gerade die Mama auf Trapp halten oder ihr am Hosenbein hängen wollte!

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