Die Geschichte vom Milch-Kaspar

Der Kaspar*, der war kerngesund
Ein dicker Bub und kugelrund
Er hatte Backen, rot und frisch
Die Milch, die trank er hübsch bei Tisch
Doch einmal fing er an zu schrei’n:
„Ich trinke keine Milch mehr – nein!“

Na ja, ganz so ist es bei uns nicht abgelaufen. Zum einen konnte unser Zwerg sich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich ausdrücken und in Worte fassen, was er will, und zum anderen war es eher die Mama, die gesagt hat: „Du kriegst jetzt keine Milch mehr, nein!“

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, ein Baby an „feste“ Nahrung (= Brei, besonders fest…) zu gewöhnen, denn man kann sich ja schließlich nicht sein Leben lang von Milch ernähren, v.a. dann nicht, wenn man noch wachsen will. In Sachen Beikost sind sich Hebammen, Kinderärzte und Elternratgeber auch überraschend einig: Etwa ab dem sechsten Monat sollte man mit dem Abstillen beginnen und die Milchmahlzeit am Mittag durch einen Brei ersetzen.

Immer nach vier bis fünf Wochen wird ein weiterer Brei eingeführt, damit sich das Verdauungssystem an die Umstellung gewöhnen kann. Nach 10 – 12 Monaten muss der Nachwuchs dann gar nicht mehr gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert werden und kann zum Teil sogar schon richtig feste Nahrung zu sich nehmen und am Familientisch mitessen.
Viel Geduld sollten die Eltern beim Einführen der Beikost auf jeden Fall haben! Das Essen mit dem Löffel ist nämlich nicht ganz einfach, da der Säugling einen sogenannten „Zungenstoßreflex“ hat und deshalb mit der Zunge automatisch alles wieder aus dem Mund schiebt. Das hat also nicht zwangsläufig damit zu tun, dass das Essen dem Kleinen nicht schmecken würde – aber möglich ist es natürlich schon auch :-) Müde und quengelige Kinder sind eher selten aufgeschlossen gegenüber Neuem und so sollte man das Essen mit dem Löffel dann probieren, wenn das Kind NICHT vor Hunger fast vom Fleisch fällt, seinen Mittagsschlaf braucht, eine volle Windel hat oder andere Dinge ihm gerade nicht passen.
Empfohlen wird, am Mittag mit einem leckeren Karottenbrei anzufangen, denn Karotten schmecken süß und erfreuen sich bei den meisten Babys relativ großer Beliebtheit. Mit zwei bis drei Löffelchen, die der Nachwuchs mehr oder weniger gegessen hat, sollten sich die Eltern erst einmal zufrieden geben und dem Säugling gegen richtigen Hunger noch Milch einflößen. Wenn sich das Kind an den Gemüsebrei gewöhnt hat, fügt man dem Ganzen pürierte Kartoffeln und dann nach einiger Zeit etwas Fleisch hinzu. Mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ist die Mittagsmahlzeit dann komplett. Sinn macht es, den Sprössling schon früh mit möglichst vielen verschiedenen Gemüse- und Fleischsorten vertraut zu machen. Dabei sollte ein paar Tage lang jedoch nur eine Sorte gefüttert werden, um zu sehen, ob das Baby evtl. allergisch darauf reagiert. Als zweiter Brei soll der Getreide-Milch-Brei am Abend und dann der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag eingeführt werden. Auch hier ist es von Vorteil, unterschiedliche Getreidesorten und Obstarten anzubieten.

Soviel zur Theorie, kommen wir zur Praxis! Auch wir haben uns nach fünf, sechs Monaten an die Beikost gewagt und uns daran relativ schnell gewöhnt. Unser Küken hat zwar bei jedem neuen Brei das Gesicht verzogen, aber so ziemlich alles gegessen, was ich ihm so vorgesetzt habe. Mal mehr, mal weniger natürlich, aber ein Kind holt sich, was es braucht und wenn es am Mittag mal nicht soviel isst, dann wird eben am Nachmittag gelöffelt, was das Zeug hält :-) Mit etwa einem dreiviertel Jahr waren wir dann zu groß für Brei und wollten anständiges Essen, nachdem ja auch schon einige Zähne zu sehen waren. So sind wir dann von heute auf morgen auf wirklich feste Kost umgestiegen: Brot mit allem möglichen Belag, Obst in allen Variationen, warmes Mittagessen mit Stückchen zum Kauen und viel Soße zum Schlucken, …
Mittlerweile könnte der große Kleine schon fast alleine essen – wenn er nicht oftmals zu faul dazu wäre! Mit Fingern funktioniert das Essen prima, aber auch mit Löffel und Gabel geht es schon ganz gut – es braucht nur ein wenig länger; Sauerei macht beides ;-) Allerdings hat das Küken nun auch gemerkt, dass es Sachen gibt, die nicht ganz so gut schmecken wie andere – und was nicht mundet, wird wieder ausgespuckt :-( Doch irgendwann wissen die Eltern ja zum Glück, was sie dem Kind vorsetzen dürfen und was nicht!

*Name von der Redaktion geändert ;-)

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