Familie und Beruf unter einen Hut bringen?!

Dass ich mir schon so bald Gedanken darüber machen würde, wie Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Schon nach der Geburt des ersten Sohnes habe ich nach einem halben Jahr wieder angefangen, mit 20 Wochenstunden zu arbeiten. Nachdem mir die Trennung so schwer gefallen ist, nahm ich mir fest vor, in Zukunft das erste Jahr auf jeden Fall zu Hause zu bleiben. Wie ist es nur dazu gekommen, dass ich meinen guten Vorsatz doch wieder über den Haufen geworfen habe?

Es begann mit dem Anruf meines Arbeitgebers an einem Freitagabend Ende November. „Frau Hahn, wir hätten da eine Leitungsstelle in einem unserer Kindergärten zu besetzen. Die Stelle ist ab Januar frei, aber es wär gut, wenn Sie vorher vielleicht schon mal ein paar Tage kämen, um sich alles anzusehen!“ „Ooooh – ähm, ja – ich denk mal drüber nach!“ Und das hab ich dann auch getan – sowohl drüber nachgedacht als auch die Stelle angenommen! Man bekommt ja schließlich nicht alle Tage eine Stelle als Kindergartenleitung angeboten und nachdem ich zudem die Möglichkeit bekam, meine beiden Kinder mit auf die Arbeit nehmen zu dürfen und nur halbtags zu arbeiten, war ich mit der Entscheidung auch recht zufrieden. Und so kam es, dass wir ab Januar 2013 zu dritt in den Kindergarten gegangen sind!

Familie und Beruf und Haushalt und und und – all das müssen viele Mütter und auch Väter unter einen Hut bringen; manchen gelingt das sehr gut, andere wären vielleicht für ein paar Tipps dankbar. Da ich mit der Doppel- und Dreifachbelastung eigentlich ganz gut zurecht komme, möchte ich hier einige Dinge aufschreiben, die für mich hilfreich sind bei der Bewältigung des Alltags als Vollzeitmama mit Herz und Seele und Kindergartenleitung!

1. Ruhig und gelassen bleiben!
Es gibt Tage, die sind wie ein Spaziergang im Sonnenschein – da ist es nicht schwer, Ruhe zu bewahren! Doch an Tagen, an denen alles kreuz und quer geht und man sich fühlt, als würde man mit allem alleine im Regen stehen lassen (und das noch ohne Schirm!), da ist das nicht ganz so einfach. Doch wer sich gerade an solchen Tagen auch noch stressen oder unter Druck setzen lässt, der tut sich und seiner Familie nichts Gutes – eher im Gegenteil! In unruhigen Zeiten ist es um so wichtiger, einfach mal tief durchzuatmen und dann Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen, denn das überträgt sich auch auf die Kinder und ruckzuck hat man alles wieder bestens im Griff :-)

2. Familienzeit ist keine Arbeitszeit!
Sobald die Haustüre ins Schloss fällt, hat das Familienleben oberste Priorität! Weg mit der Arbeitstasche, in der sich unter Umständen noch ein paar Dinge befinden, die erledigt werden sollten – her mit den Spielsachen!!!
Ich muss gestehen, dass ich an diesem Punkt selbst noch zu arbeiten habe – doch es wird von Tag zu Tag besser! Da ich es im Kindergarten nicht immer schaffe, meinen kompletten Schreibkram und Telefonate zu erledigen, mach ich das im Moment manchmal noch von zu Hause aus, wenn die Kinder ihren Mittagsschlaf machen. Aber die letzten Tage habe ich es in der Tat schon geschafft, meine Tasche auszupacken, in die Ecke zu stellen und dort bis zum nächsten Arbeitstag stehen zu lassen; ich bin richtig stolz auf mich ;-) Bloß wirklich dringende Terminsachen kommen von jetzt an noch zu Hause aus der Tasche!

3. Es gibt wichtigeres als Hausarbeit!
Das war eine Lektion, die ich schon nach der Geburt von unserem Großen gelernt habe und aus diesem Grund wurde bei uns das Bäder putzen, Böden schrubben, abstauben und Wäsche machen alles auf das Wochenende verschoben, wenn auch mein Mann daheim ist, so dass immer einer Zeit für die Kinder hat! Alltäglich Dinge wie zum Beispiel Essen kochen werden natürlich auch unter der Woche erledigt ;-)

4. Hilfe annehmen bzw. um Hilfe bitten!
Nicht ein jeder ist in der glücklichen Lage, Familie und/oder Freunde zu haben, die sich am Wochenende die Klinke in die Hand geben und entweder Kinder oder Arbeit haben wollen. Ich bin dankbar dafür, dass ich so eine Familie habe :-D
Da kommt die Schwester, um mit ihrem Patenkind mal `ne Runde spazieren zu gehen; die Mama nimmt einfach mal ein bisschen Wäsche zum Bügeln mit; die nächste Schwester kommt und beschäftigt die Küken, während ich in der Küche das Abendessen für die „Großfamilie“ zubereit … und manchmal sitzen wir auch einfach nur da und quatschen :-)
Man muss lernen, dass es kein Zeichen von Schwäche oder Überforderung ist, wenn man die Kinder oder die Arbeit mal abgibt – das fällt manchen anfangs schwer! Aber eigentlich wäre man ja blöd, so eine wertvolle Unterstützung abzulehnen und für die Kinder gibt es kaum etwas Schöneres als jemanden, der sich ihnen voll und ganz widmet – ob das nun Mama oder Papa, Oma oder Papa, Patin oder Tante ist!
Wenn die Familie oder die Freunde nicht von selbst kommen, dann darf man aber auch nicht zu stolz sein, um bei ihnen nachzufragen – vielleicht wollen sie sich ja nur nicht aufdrängen oder auf die Nerven gehen! Wer keine Familie oder Freunde in der Nähe hat, die helfen können, der kann mit Sicherheit auf Nachbarn zurückgreifen oder bekommt hilfreiche Tipps über Krabbelgruppen, Kindertageseinrichtungen, …

5. Erholungsurlaub machen!
Ich dachte bis vor kurzem noch, dass Urlaub völlig überbewertet wird – man kann ja schließlich auch daheim seinen Urlaub verbringen. Doch dann haben wir vor ein paar Wochen zum ersten Mal Familienurlaub gemacht – es war herrlich – und wir haben nach unserem Urlaub schon gleich Pläne fürs nächste Jahr gemacht! Wer rund um die Uhr arbeitet, der hat es sich schließlich auch verdient, einmal im Jahr in Urlaub zu fahren :-D

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