Tipps zum Basteln mit Kleinkindern

Damit sowohl Eltern als auch Kinder Freude am gemeinsamen Tun haben, habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, wie das Basteln mit kleinen Kindern gut gelingen kann.

 

Wichtige Tipps für das Basteln mit Kleinkindern:

1. Nimm dir Zeit!
„Komm, ich hab grad mal ne viertel Stunde Zeit, lass uns was basteln!“ NEIN!!! So wird das mit dem entspannten und stressfreien Basteln nichts. Zum einen braucht es Zeit zum Vor- und Nachbereiten; und zum anderen können/wollen Kinder vielleicht nicht auf Befehl loslegen. Gerade kleine Kinder brauchen auch viel Zeit, um sich alles genau anzusehen – und wenn man dann unter Zeitdruck steht und den Kindern nicht die nötige Zeit lässt, dann macht das Kreativ-Werden keinem der Beteiligten Spaß!

2. Stelle alle notwendigen Materialien bereit!
Vorbereitung ist alles! Also überlegt euch gut, welche Utensilien ihr zum Basteln und Werkeln benötigt und richtet den Arbeitsplatz her. Dabei sollte man darauf achten, dass die Materialien, die nicht direkt in Kinderhände gelangen sollen, eher in der Tischmitte außer Reichweite stehen. Dann kann zur Not auch noch etwas Vergessenes geholt werden, ohne dass Gefahr besteht, beim Zurückkommen eine farbige Eckbank vorzufinden ;-) Zum Vorbereiten zählen auch folgende Dinge: Acrylfarben aus Tuben in Becher umfüllen, Kleister anrühren, Butterbrotpapier zuschneiden, Transparentpapierschnipsel machen, Sterne aufmalen, … Denn wer mit diesen Arbeiten erst anfängt, wenn das Kind daneben sitzt und anfangen will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er an diesem Tag nicht zum Basteln kommt!

3. Sei Vorbild!
Willst du mit deinen Kindern basteln, dann kannst du nicht davon ausgehen, dass diese alleine basteln und du nur zuschauen kannst; du bastelst MIT deinen Kindern! Das heißt zum einen, dass das Kind merken sollte, dir macht die Beschäftigung Spaß – so kann sich die Freude am Kreativen Gestalten auf das Kind übertragen. Zum anderen wirst du so einiges selbst machen müssen, weil das Kind motorisch noch nicht so weit ist, bestimmte Dinge zu können. Also stell dir vorab die Frage, ob du dazu bereit bist, Dinge selbst fertig zu stellen oder teilweise Bastelarbeiten zu übernehmen ;-)

4. Hab Geduld!
Wer mit Kleinkindern bastelt, sollte sich bewusst machen, dass ein Kind u. U. ein wenig Vorlaufzeit braucht, bevor es dazu bereit ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.  Zunächst braucht das Kind Gelegenheit, das Material kennen zu lernen und auszuprobieren. Vielleicht hat das Kind nach dem Kennenlernen und Ausprobieren nicht gleich Lust, weiter mit dem Material zu werkeln, sondern will wieder spielen. Dann ist es wichtig, nicht die Geduld zu verlieren, weil man alles hergeräumt hat und nun doch nichts geschafft hat! Die ganzen Materialien kann man in einer Kiste verstauen und wegstellen, um sie vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu holen, wenn das Kind damit basteln will.

5. Mach im richtigen Moment Schluss!
Wir alle kennen den Spruch: „Hör auf, wenn es am schönsten ist!“ Hört sich vielleicht blöd an, aber es ist etwas Wahres dran und dieses Motto gilt für jede Art von Beschäftigung mit Kindern. Je nach Alter kann sich ein Kind kürzer oder länger mit einem Angebot beschäftigen. Wenn ein 2-jähriges Kind 10 Minuten bei einer Sache bleibt, dann hat es schon viel geleistet und es ist völlig in Ordnung, wenn es dann wieder zum Spielen übergeht. (Ältere Kinder halten unter Umständen – je nachdem, wie gerne sie basteln – auch länger durch.) Natürlich darf ein Kind, wenn es wirklich noch viel Spaß an der Arbeit mit dem Material hat, auch noch länger basteln, doch wenn ein Kind nicht mehr basteln möchte, sollte man es keinesfalls dazu zwingen. Sinn macht es jedoch, mit dem Kind die Abmachung zu treffen: „Wir machen jetzt noch diese eine Kugel fertig, die wir angefangen haben, und dann kannst du weiterspielen.“ Auch jüngere Kinder schaffen es, sich an solche Absprachen zu halten – und es ist außerdem ratsam, Kindern möglichst frühzeitig beizubringen, dass man nicht alles stehen und liegen lassen kann, wenn die Motivation allmählich nachlässt. Sollte man den Punkt, an dem es am schönsten ist, allerdings schon laaange verpasst haben, dann ist es auch okay, das Kind gleich aufstehen zu lassen, bevor es sich niemals mehr zum Basteln überreden lassen will ;-)

6. Schaff wieder Ordnung!
Das Basteln ist nicht damit beendet, wieder zur Tagesordnung über zu gehen; fertig ist man dann, wenn die ganzen Bastelutensilien wieder aufgeräumt sind. Es mag Erwachsene haben, die im größten Chaos den Überblick behalten (und selbst das wag ich zu bezweifeln), doch ein Kind kann das mit ganz großer Sicherheit nicht. Natürlich sind Kinder nicht von Natur aus ordentlich; sie müssen es lernen. Deshalb ist das Aufräumen ein ganz wichtiger Bestandteil nach jeder Aktivität. Das erste, was nach dem Basteln, in Ordnung gebracht und sauber gemacht wird, sollte das Kind sein, bevor es Kleister oder Farbe fröhlich an Spielsachen, Sofas und Wänden verteilt. Danach ist der Arbeitsplatz an der Reihe. Bei manchen Aufräumarbeiten kann das Kind mit einbezogen werden, z. B. Papierschnipsel vom Boden aufheben oder Pinsel (evtl. in Küchentuch eingewickelt) zum Waschbecken tragen. Wenn das Kind nicht mithelfen kann, dann kann es auch einfach nur ein wenig zuschauen, um zu sehen, dass auch Erwachsene aufräumen müssen und wie etwas richtig aufgeräumt wird. Sollte mal die Zeit fehlen zum Aufräumen oder recht knapp werden, können die Materialien auch erst einmal in einer Kiste verstaut und weggestellt werden, damit die Ordnung wieder erkennbar ist. Doch sollte diese Kiste nicht vergessen werden, wenn sie oben auf dem Schrank verstaut wurde … ;-)

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