Familienurlaub – Die Zweite

Unseren ersten Familienurlaub verbrachten wir im letzten Jahr im Zillertal, zusammen mit dem Opa und dessen Partnerin. Das erwies sich als ungemein praktisch, vor allem beim Essen – denn da hatten wir auch mal die Möglichkeit, uns selbst in Ruhe am Buffett zu bedienen und uns beim Essen nicht ständig um die Kinder kümmern zu müssen. Die Kinder fanden es toll, dass sie direkt nach dem Aufstehen den Opa besuchen konnten, wobei das um 6.30 Uhr noch gar nicht so erwünscht war ;-) Die gemeinsamen Unternehmungen waren auch unterhaltsam und entspannt, denn acht Augen sehen mehr als vier, und auch das Hotel hatte mit dem Spielzimmer und Schwimmbecken im Haus sowie dem Spielplatz im Garten schöne Freizeitgestaltungsmöglichkeiten geboten.

Durch Bekannte wurden wir nach unserem Urlaub auf die Kolping-Familienhäuser aufmerksam gemacht und haben uns in diesem Jahr für das Ferienhaus Lambach im Bayerischen Wald entschieden, das jungen Familien eine Woche Urlaub zu einem unschlagbaren Preis anbietet. Dieses Angebot konnten wir beim besten Willen nicht ablehnen! Natürlich klingt es gar nicht mal so sehr nach einem aufregenden Urlaub, wenn man „nur“ in den Bayerischen Wald fährt (zumal andere Familien mit ihren Kindern nach Italien, Kroatien oder Griechenland fahren bzw. fliegen), doch für unsere Kinder war es durchaus aufregend – und auch für uns war es ein Erlebnis!

Wir hatten eine Fahrzeit von ca. 3 Stunden geplant, tatsächlich waren wir dann vier Stunden unterwegs – schließlich wollen die Kinder sich zwischendurch mal bewegen, wenn sie schon nicht schlafen. Nachdem die Kids nicht lange geschlafen hatten, war die Fahrzeit schon sehr angenehm, sonst hätten wir uns wohl mit quengeligen Kindern rumärgern dürfen. Im Ferienhaus wurden wir gleich freundlich empfangen und bekamen das Wichtigste erklärt (z. B. wann die Verpflegungszeiten sind und wo man tagsüber Kaffee bekommt). Danach gingen wir auf unser Zimmer und waren entsetzt: kein Empfang, kein Fernseher, keine schöne Dusche, kein schönes WC – und dann erst die Lichtschalter (gell Ingo ;-) )! Na gut, dachten wir uns, eine Woche wird das schon gehen und zum Duschen gehen wir halt ins Schwimmbad im Ort … Beim Abendessen trösteten wir uns damit, dass es hier niemanden stört, dass die Kinder laut sind, denn die anderen Kinder sind es ja auch, dass die Kinder nach dem Essen einfach aufstehen und in der Spielecke oder im Garten spielen und dass wir mit dem W-Lan zumindest ins Internet können und nicht ganz von der Außenwelt abgeschnitten sind. Leider war diese Hoffnung unbegründet: Das W-Lan auf unserem Zimmer war gar nicht mal so gut und wir flogen ständig wieder raus. Nur gut, dass wir eh nicht die ganze Zeit im Zimmer sitzen, sondern die Abende in den Aufenthaltsbereichen (Terrasse, Bierstüberl) mit anderen Eltern verbringen wollten. Diese Gelegenheit bekamen wir aber auch nicht, denn die Reichweite unseres Babyfons ging nur bis ins Lesezimmer und dahin verlief sich eigentlich keiner. Also gut, dann bleiben wir eben doch im Zimmer und sehen fern – ach nee, Fernseher gabs ja nicht … Um den ersten Schock zu verdauen, sind wir am ersten Abend einfach bald ins Bett und fanden uns damit ab, dass Urlaub im Bayerischen Wald sich nicht nur wenig aufregend anhört, sondern in der Tat auch wenig aufregend ist.

Wer jetzt aber meint, dass wir einen ganz furchtbar schrecklichen Urlaub hatten, täuscht sich gewaltig, denn es konnte ja nach unserem ersten Eindruck nur noch besser werden – und es wurde besser, viel besser! Ab dem zweiten Tag funktionierte das W-Lan und dank der zahlreichen Spielmöglichkeiten im Haus und im Freien hatten wir zwei zufriedene und ausgeglichene Kinder, die noch ganz lange im Urlaub bleiben wollten – und wenn die Kinder zufrieden sind, sind es meistens auch die Eltern :-)
Da das Ferienhaus 4 km vom nächsten Ort entfernt und von Wald und Wiesen umgeben ist, konnten die Kinder auch mal „unbeaufsichtigt“ im Garten spielen, wenn wir noch im Speisesaal (mit Blick nach draußen) beim Essen waren. Im Garten gab es einen Sandkasten, etwas zum Klettern, ein Piratenschiff, ein Baumhaus, eine Minigolf-Anlage, Bobbycars und noch vieles mehr, was die Kinder ausreichend lange beschäftigt hat, damit wir in Ruhe zu Ende essen konnten. Und das Essen war wirklich super! Es gab bei jeder Mahlzeit ein reichhaltiges und abwechlungsreiches Buffet für Groß und Klein; da wurde jeder Geschmack befriedigt. Auf dem Weg zu unserem Zimmer legten wir meistens im Spielzimmer mit Bällebad, Kinderküche, Werkbank, etc. einen Zwischenstopp ein, um dann zum nächsten Aufzug weiter zu gehen. Die Aufzüge waren das Highlight schlechthin und manchmal waren sie das beste Lockmittel, um die Kinder zu dem langen Weg vom Nebengebäude zum Haupthaus zu überreden. Noch ein Highlight war der Weg vom Aufzug ins Zimmer, denn da konnte man an jeder Tür aufs Neue überlegen, ob das nun schon unsere ist oder nicht. Doch nach ein, zwei Tagen haben die beiden sich dann auch gemerkt, dass die Tür beim Pferdebild unsere Zimmertür ist. In direkter Nachbarschaft zu unserem Zimmer befand sich die Sporthalle sowie ein zweiter Spielplatz mit Seilbahn und Rutsche, doch die Woche war so schnell vorbei, dass wir gar keine Zeit hatten, diese Orte ausgiebig zu testen. Das müssen wir wohl im nächsten Jahr nachholen …
Wären wir eine Woche lang nur in Lambach geblieben, hätte die Zeit selbstverständlich gereicht, um alle Freizeitaktivitäten des Hauses kennen zu lernen und auch den hauseigenen Kindergarten öfters zu besuchen, doch wir wollten ja auch etwas sehen und der Bayerische Wald bietet so viele Ausflugsziele, dass wir quasi ständig unterwegs waren. Die Kinder brauchen wahrscheinlich nach unserem Urlaub noch eine Woche Urlaub :-) Ein paar Ausflüge unternahmen wir auf eigene Faust, andere Ausflüge wurden vom Haus angeboten und begleitet. Diese hatten familienfreundliche Preise und boten außerdem die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam wanderten wir zu den Einödhöfen und legten dabei eine Strecke von ca. 1500 Längen- und 300 Höhenmetern zurück, besuchten die Further Erlebniswelt Flederwisch, machten einen Ausflug zum Klangweg in Neukirchen und fuhren nach Bayerisch Eisenstein ins Localbahnmuseum sowie an den Großen Arbersee zum Tretbootfahren. Einige dieser Ausflüge sind mit Sicherheit noch ein zweites oder drittes Mal für unsere Kinder interessant und ein paar andere Ausflüge haben wir mangels Zeit gar nicht machen können. Diese müssen wir wohl im nächsten Jahr nachholen …
Den Schock vom ersten Abend haben wir recht schnell verkraftet und die meisten Mängel machten den Urlaub gar nicht so mangelhaft wie zuerst angenommen. Zwar wäre ein bisschen Handyempfang im Haus ganz nett gewesen, aber da wir oft genug irgendwo unterwegs waren, wo wir Empfang hatten, war es nicht ganz so dramatisch. Klo und Dusche waren jetzt nicht gerade schön, aber sie waren sauber und erfüllten ihren Zweck – was will man mehr?! Den fehlenden Fernseher konnten wir mit Lesen, Häkeln und Internetten ausgleichen – wobei wir am Abend meistens genauso platt waren wie die Kinder und nur noch schlafen wollten, was auch das Babyfon-Problem gelöst hat :-) Die Sache mit dem schönen Bad und dem Nutzen der Aufenthaltsbereiche müssen wir im nächsten Jahr noch machen … da lassen wir uns nämlich im Haupthaus unterbringen ;-)

Man kann natürlich seinen Urlaub im Ausland verbringen und viel Zeit auf der Strecke lassen; man kann aber auch in den Bayerischen Wald fahren und dort eine tolle, erlebnisreiche Zeit verbringen – das Kolping-Familienhaus Lambach können wir guten Gewissens an befreundete Familien empfehlen :-)

PS: Fotos vom Haus haben wir leider wenig gemacht, doch da gibt es genügend auf der Internetseite http://kolpinghaus-lambach.de/. Über mögliche Ausflugsziele werden wir noch separat berichten und da folgen dann auch schöne Urlaubsbilder :-)

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