Es ist gar nicht so einfach, sich einen Bus zu kaufen :-(

Vorweg: Es gibt hier auch Blogbeiträge von Dingen, die aus diversen Gründen etwas länger her sind. Bei diesem hier handelt es sich um einen solchen :-)

Wer uns beide kennt, der weiß, dass wir beide leidenschaftliche Busfahrer sind. Den Scherz „Wenn wir mal im Lotto gewinnen, sagen wir es euch nicht; ihr werdet es merken, wenn wir einen VW Bus haben!“ kennen bestimmt einige (alle?) in unserem Bekanntenkreis. Da wir allerdings auch ohne Lottogewinn immer wieder mal nach einem Bus geschaut haben (mal mehr, mal weniger aktiv), passierte natürlich irgendwann das Unvermeidliche … Wir haben uns entschieden, mal gezielter nach einem Bus schauen. Da kam es auch gerade recht, dass unser altes Auto ein wenig Reperaturstau angehäuft hatte und der in absehbarer Zeit fällige TÜV vermutlich mehr Kosten als die bloße Hauptuntersuchung mit sich bringen würde. Kurzum: Es war also soweit – ein Bus musste her :-)

Fündig geworden sind wir in Schweinfurt, dort standen bei einem Händler 2 Mutivan T5 in unserer Preisregion. Der eine allerdings mit richtig vielen Kilometern, der andere in einer Farbe, die uns nicht so sehr zusagte. Auf dem Heimweg sind wir dann natürlich noch in Kitzingen die Händler abgefahren und siehe da … da stand noch einer, der uns bisher entgangen ist: schwarz mit einem silbernen Streifen, Gummiboden statt Velour (wie praktisch, wir haben ja schließlich 2 Kinder und so ein Gummiboden ist leicht sauber zu halten) und ’ne Standheizung gibt’s auch dazu. Nachteil: Da gibt es noch keinen Preis; dazu nur ein Schild „Ich bin frisch eingetroffen und noch nicht sauber“. Gut, warten wir halt mal ne Woche …

… und noch ne Woche  …

… und noch ne Woche …

… und noch ne Woche …

„Oh schau mal, der Bus steht immer noch unverändert dort auf dem Schotterparkplatz, aber da läuft grade jemand in Monteurkluft rum, lass uns mal anhalten!“ Also rumgedreht und hingefahren; den guten Mann gefragt, ob der Bus da hinten zu verkaufen sei. „Natürlich“, bekomme ich zur Antwort, dazu nen Preis hingeworfen, ne Kilometerstandangabe und dass er mehr noch nicht dazu sagen kann, weil das Auto ja noch neu aufm Hof ist. VW Busse müssen schwer verkäuflich sein, dacht ich mir – alle anderen, die ich in Kitzingen bisher gesehen habe, waren weg, bevor ich ein 2. Mal vorbeischauen konnte – außer sie waren eigentlich eher für den Schrotthandel gedacht – aber selbst die sind in der Regel nach ner Woche weg. Gut, machen wir halt nen Termin aus zum Besichtigen.

Der Besichtigungstermin:

Wir kommen an; der Bus hat immer noch das „Ich bin neu“-Schild und der Händler holt uns erstmal in sein Büro, um die Unterlagen zum Fahrzeug zu holen. Schwupps, sitzen wir schon im Büro und er nimmt unsere Daten auf – für die Probefahrt, dacht ich. Beim genaueren Hinsehen seh ich, dass er einen Kaufvertrag ausfüllt. Also eigentlich würden wir das Fahrzeug schon gerne mal ansehen, bevor wir uns entscheiden. „Ja, aber er hat heute nimmer viel Zeit.“ Mit den Worten gibt er uns den Schlüssel und wir können reinschauen. So gute 15 min schauen wir uns dann innen und und außen das Fahrzeug an … gut, paar Macken hat er, ist ja auch schon sieben Jahre alt, aber alles im Rahmen. Fahren wäre mal ganz nett, aber der Verkäufer muss ja dann weg. Machen wir halt nen Termin zum Probefahren aus. Auf meine Frage, ob da ne Standheizung drin ist, bekomm ich ein „weiss ich nicht“. Mein Fingerzeig auf die kleine Uhr mit der Aufschrift „Webasto“ wird mit „ja, dann wird er eine haben“ quittiert. Gut, ich muss den Verkäufer ja nicht mögen – ich will ja nur das Auto :-)

Die Probefahrt:

3 Tage später war dann die Probefahrt; „unser“ T5 steht auf dem Schotterplatz mit dem Schild „Ich bin …“, davor 2 Autos. Seltsam, aber okay. Verkäufer geschnappt – „Hallo, wir sind zur Probefahrt da“ – „Ja, das ist jetzt aber ungünstig; ich muss in 30 min weg und da stehen ja noch Autos im Weg“ – Wir: „Na ja, wir kommen jetzt nicht überraschend, haben uns extra noch jemanden mitgebracht und würden schon gerne HEUTE fahren“. Gegrummel, 2 Autos werden weggefahren; die Formalitäten zwecks Führerschein etc. abgewickelt. Der Bus steht noch immer unbewegt auf dem Schotterplatz. Glücklicherweise fährt jetzt auch ein anderer Kunde auf den Hof, der grade mit den roten Nummern unterwegs war, sonst könnten wir jetzt gar nicht losfahren. Gut, alles geklärt, Nummernschilder drauf und wir können losfahren. Dringender Hinweis: Der Verkäufer muss dann weg, also beizeiten wiederkommen. So, erstmal vom Hof weg, gute 20 Minuten gefahren, alles Mögliche ausprobiert. In der Tat, das Ding, wo „Webasto“ draufsteht, ist die Steuerung für die Standheizung. Fahrzeug passt, Preis passt, schlafen wir ein, zwei Nächte drüber – wird ja unser beider bisher teuerstes Auto. Zurück beim Händler, um den Schlüssel abgeben. Der Händler ist quasi schon auf dem Sprung vom Hof, dort hat er uns quasi nochmal den Preis zugeworfen und auf Nachfrage mitgeteilt, dass es zu dem Fahrzeug kein Serviceheft gibt, und er nicht weiß, wie die Standheizung funktioniert und auch keine Anleitung dazu da ist. Grummel, nach Serviceaufklebern gesucht und herausgefunden, dass der letzte Service scheinbar ein Jahr her ist. Zumindest war er ja dann mal zur Wartung.

Der Kauf:

Ein paar Tage später haben wir uns dann entschieden: Das soll unser neues Auto werden. Hilfreich bei der Entscheidung war, dass das Auto meines Bruders den Geist aufgeben hat und er dann unsern „alten“, zumindest mal bis zum Ablauf des TÜV, fahren kann und wir dann mal weitersehen. Gut, jetzt wäre es dann sinnvoll, wenn der Bus auch zeitnah von uns zugelassen wird :-) Also, Kaufvertrag abschließen und „die Anzahlung mitbringen“, hat uns der Händler am Telefon gleich gesagt. Daran soll es nun nicht scheitern, dachten wir und sind hingefahren. Ah, es gibt noch ein kleines Problem, der KFZ-Brief ist noch nicht da. Der wird noch neu ausgestellt von der Zulassungsstelle, weil er scheinbar verloren gegangen ist. Nix Brief – Nix Geld – Nix Kaufvertrag – so einfach ist das. Wir einigen uns also drauf, dass er sich um den Brief kümmert und das Schild „Ich bin neu …“ gegen ein „Verkauft“ austauscht. Brief sollte die nächsten Tage kommen. War dann natürlich ne Woche (!) und wenn wir da nicht zweimal vorgesprochen hätten, habe ich inzwischen die Befürchtung, wäre der Bus bis heute noch auf dem Schotterparkplatz. Zwischenzeitlich hatte ich schon die Befürchtung, dass da bald ein Schild „Wegen Reichtum (oder dem Gegenteil) geschlossen“ an der Werkstatt hängt.

Ende gut, alles gut – das Auto ist zugelassen und fährt :-)

Das alles wäre keinen Blogeintrag wert, wenn’s damit getan wäre … aber das kommt in einem anderen Blogeintrag, wow ein Cliffhanger :-)

Und nur zur Sicherheit: NEIN, der Bus ist nicht von dem Händler, dessen Name auf unseren Nummernschildhalterungen steht. Die haben wir schnellstmöglich ersetzen lassen :-)

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