Familie und Beruf unter einen Hut bringen?!

Dass ich mir schon so bald Gedanken darüber machen würde, wie Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Schon nach der Geburt des ersten Sohnes habe ich nach einem halben Jahr wieder angefangen, mit 20 Wochenstunden zu arbeiten. Nachdem mir die Trennung so schwer gefallen ist, nahm ich mir fest vor, in Zukunft das erste Jahr auf jeden Fall zu Hause zu bleiben. Wie ist es nur dazu gekommen, dass ich meinen guten Vorsatz doch wieder über den Haufen geworfen habe?

Es begann mit dem Anruf meines Arbeitgebers an einem Freitagabend Ende November. „Frau Hahn, wir hätten da eine Leitungsstelle in einem unserer Kindergärten zu besetzen. Die Stelle ist ab Januar frei, aber es wär gut, wenn Sie vorher vielleicht schon mal ein paar Tage kämen, um sich alles anzusehen!“ „Ooooh – ähm, ja – ich denk mal drüber nach!“ Und das hab ich dann auch getan – sowohl drüber nachgedacht als auch die Stelle angenommen! Man bekommt ja schließlich nicht alle Tage eine Stelle als Kindergartenleitung angeboten und nachdem ich zudem die Möglichkeit bekam, meine beiden Kinder mit auf die Arbeit nehmen zu dürfen und nur halbtags zu arbeiten, war ich mit der Entscheidung auch recht zufrieden. Und so kam es, dass wir ab Januar 2013 zu dritt in den Kindergarten gegangen sind!

Familie und Beruf und Haushalt und und und – all das müssen viele Mütter und auch Väter unter einen Hut bringen; manchen gelingt das sehr gut, andere wären vielleicht für ein paar Tipps dankbar. Da ich mit der Doppel- und Dreifachbelastung eigentlich ganz gut zurecht komme, möchte ich hier einige Dinge aufschreiben, die für mich hilfreich sind bei der Bewältigung des Alltags als Vollzeitmama mit Herz und Seele und Kindergartenleitung!

1. Ruhig und gelassen bleiben!
Es gibt Tage, die sind wie ein Spaziergang im Sonnenschein – da ist es nicht schwer, Ruhe zu bewahren! Doch an Tagen, an denen alles kreuz und quer geht und man sich fühlt, als würde man mit allem alleine im Regen stehen lassen (und das noch ohne Schirm!), da ist das nicht ganz so einfach. Doch wer sich gerade an solchen Tagen auch noch stressen oder unter Druck setzen lässt, der tut sich und seiner Familie nichts Gutes – eher im Gegenteil! In unruhigen Zeiten ist es um so wichtiger, einfach mal tief durchzuatmen und dann Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen, denn das überträgt sich auch auf die Kinder und ruckzuck hat man alles wieder bestens im Griff :-)

2. Familienzeit ist keine Arbeitszeit!
Sobald die Haustüre ins Schloss fällt, hat das Familienleben oberste Priorität! Weg mit der Arbeitstasche, in der sich unter Umständen noch ein paar Dinge befinden, die erledigt werden sollten – her mit den Spielsachen!!!
Ich muss gestehen, dass ich an diesem Punkt selbst noch zu arbeiten habe – doch es wird von Tag zu Tag besser! Da ich es im Kindergarten nicht immer schaffe, meinen kompletten Schreibkram und Telefonate zu erledigen, mach ich das im Moment manchmal noch von zu Hause aus, wenn die Kinder ihren Mittagsschlaf machen. Aber die letzten Tage habe ich es in der Tat schon geschafft, meine Tasche auszupacken, in die Ecke zu stellen und dort bis zum nächsten Arbeitstag stehen zu lassen; ich bin richtig stolz auf mich ;-) Bloß wirklich dringende Terminsachen kommen von jetzt an noch zu Hause aus der Tasche!

3. Es gibt wichtigeres als Hausarbeit!
Das war eine Lektion, die ich schon nach der Geburt von unserem Großen gelernt habe und aus diesem Grund wurde bei uns das Bäder putzen, Böden schrubben, abstauben und Wäsche machen alles auf das Wochenende verschoben, wenn auch mein Mann daheim ist, so dass immer einer Zeit für die Kinder hat! Alltäglich Dinge wie zum Beispiel Essen kochen werden natürlich auch unter der Woche erledigt ;-)

4. Hilfe annehmen bzw. um Hilfe bitten!
Nicht ein jeder ist in der glücklichen Lage, Familie und/oder Freunde zu haben, die sich am Wochenende die Klinke in die Hand geben und entweder Kinder oder Arbeit haben wollen. Ich bin dankbar dafür, dass ich so eine Familie habe :-D
Da kommt die Schwester, um mit ihrem Patenkind mal `ne Runde spazieren zu gehen; die Mama nimmt einfach mal ein bisschen Wäsche zum Bügeln mit; die nächste Schwester kommt und beschäftigt die Küken, während ich in der Küche das Abendessen für die „Großfamilie“ zubereit … und manchmal sitzen wir auch einfach nur da und quatschen :-)
Man muss lernen, dass es kein Zeichen von Schwäche oder Überforderung ist, wenn man die Kinder oder die Arbeit mal abgibt – das fällt manchen anfangs schwer! Aber eigentlich wäre man ja blöd, so eine wertvolle Unterstützung abzulehnen und für die Kinder gibt es kaum etwas Schöneres als jemanden, der sich ihnen voll und ganz widmet – ob das nun Mama oder Papa, Oma oder Papa, Patin oder Tante ist!
Wenn die Familie oder die Freunde nicht von selbst kommen, dann darf man aber auch nicht zu stolz sein, um bei ihnen nachzufragen – vielleicht wollen sie sich ja nur nicht aufdrängen oder auf die Nerven gehen! Wer keine Familie oder Freunde in der Nähe hat, die helfen können, der kann mit Sicherheit auf Nachbarn zurückgreifen oder bekommt hilfreiche Tipps über Krabbelgruppen, Kindertageseinrichtungen, …

5. Erholungsurlaub machen!
Ich dachte bis vor kurzem noch, dass Urlaub völlig überbewertet wird – man kann ja schließlich auch daheim seinen Urlaub verbringen. Doch dann haben wir vor ein paar Wochen zum ersten Mal Familienurlaub gemacht – es war herrlich – und wir haben nach unserem Urlaub schon gleich Pläne fürs nächste Jahr gemacht! Wer rund um die Uhr arbeitet, der hat es sich schließlich auch verdient, einmal im Jahr in Urlaub zu fahren :-D

Taufe 2.0

Am letzten Wochenende haben wir die 2. Taufe erfolgreich hinter uns gebracht. Gut, dass wir schon eine Taufe gefeiert und einen Bericht zur Vorgehensweise verfasst haben – daran konnten wir uns bei der Planung und Organisation der Taufe 2.0 wunderbar halten.

Aber wer meint, dass es deshalb nicht noch etwas zum Thema Taufe zu schreiben gibt, der irrt sich gewaltig :-) In diesem Artikel präsentiere ich euch Anregungen und Ideen für schöne Taufsprüche, Tauflieder und Fürbitten.
Natürlich muss die Familie des Täuflings sich nicht zwangsläufig Gedanken machen über den Ablauf des Taufgottesdienstes, denn ein jeder Pfarrer hat diesen schon; er hat Vorschläge für Taufsprüche, kennt passende Lieder und in den Fürbitten muss nur noch der Name des Täuflings eingesetzt werden ;-) Doch der Gottesdienst wird persönlicher, wenn sich die Eltern und Angehörigen selbst ein bisschen kümmern und einbringen.

Der Gottesdienst kann wunderbar um den Taufspruch herum geplant werden, also ist der Taufspruch das erste, was man suchen sollte. Der Taufspruch soll dem Kind in allen Lebenslagen ein guter Begleiter sein und es jederzeit daran erinnern, dass Gott es von Geburt an als sein Kind angenommen hat, es bedingungslos liebt und in guten wie in schlechten Zeiten an seiner Seite ist.

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen; dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen spitzen Stein stoßest.“ (Psalm 91, 11+12)
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139, 5)
„Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.“ (Josua 1, 5b)
„Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ (Psalm 121, 3)
„Siehe, in die Hände habe ich dich eingezeichnet.“ (Jesaja 49, 16)
„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ (Psalm 73, 23)
„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23, 1) 
„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft: Vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27, 1)
„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12)
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43, 1b) 

Es ist unglaublich! Da haben es doch tatsächlich auch Bibelverse in meine Top 10 geschafft, die nicht in den Psalmen zu finden sind – aber dennoch sind für mich die Psalmenschreiber immer noch die besten „Sprücheklopfer“ ;-)

Nachdem die Wahl des Taufspruchs getroffen wurde, kann man sich auf die Suche nach Taufliedern machen. Zu vielen der o. g. Bibelverse aus den Psalmen gibt es Lieder, die sich natürlich auch schön in einem Gottesdienst singen lassen. Zahlreiche weitere Lieder speziell zur Taufe finden sich außerdem in den kirchlichen Gesangbüchern. Doch es wird sich auch kein Pfarrer quer stellen, wenn ein „weltliches“ Lied gesungen oder vorgetragen werden soll.

Aus dem Liederbuch „Kommt, atmet auf“
„Segne dieses Kind“, „Gott sagt uns immer wieder“, „Kindermutmachlied“, „Er hält die ganze Welt“
Die letzten drei Lieder bieten sich vor allem dann an, wenn viele Kinder mit im Gottesdienst sind, da diese sowohl im Kindergarten als auch in der Schule gern gesungen werden.
Aus dem Evang. Gesangbuch
„Von allen Seiten umgibst du mich, o Herr“, „Weil ich Jesu Schäflein bin“, „Ein Kind ist angekommen“
Bei dem Lied „Es ist ein Kind angekommen“ kenne ich die Melodie leider nicht und kann nicht garantieren, dass es wirklich schön ist, aber der Text gefällt mir sehr gut :-)
Aus sonstigen Liederbüchern ;-)
„Du bist du“, „Sind so kleine Hände“

Kommen wir zu guter letzt noch zu den Fürbitten! Diese können von Familienangehörigen (Eltern, Paten, Großeltern, …) einfach vom Pfarrer genommen und vorgelesen werden, doch auch das Formulieren von Fürbitten ist nicht so schwer wie es sich anhört. Denn eine Fürbitte ist im Prinzip nichts anderes wie ein Gebet und ein Gebet ist nichts anderes wie das Reden mit Gott und mit Gott kann man eigentlich so reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist ;-)
Beim Fürbittgebet geht es darum, Gott für andere Menschen zu bitten, die seinen Beistand, seine Hilfe, seine Liebe, seine … brauchen. Im Taufgottesdienst bietet es sich daher an, für den Täufling, seine Eltern und Paten, für die Familie des Getauften, für seine Gemeinde und natürlich auch für die Welt, in der er lebt, zu bitten.

Guter Gott, wir bitten dich für den kleinen …: Gib ihm Menschen an die Seite, die ihm den Glauben an dich weitergeben und stärken. Lass ihn deine Liebe spüren und schenke ihm deinen Segen, damit er zum Segen für andere werden kann. Beschütze … zu allen Zeiten und begleite ihn auf seinen Wegen!

Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Eltern und die Patin: Hilf ihnen, für … ein gutes Vorbild im Glauben und Leben zu sein. Gib ihnen immer wieder Kraft, … geduldig zu begleiten und ihm Halt zu geben. Steh ihnen bei, dass sie sich in schweren Zeiten durch den Glauben an dich getröstet und geborgen fühlen!

Herr, wir bitten dich für die Familie: Die Familie soll ein Ort sein, an dem man sich sicher und geborgen fühlen kann und vor allem so sein darf, wie man ist. Hilf den Familienangehörigen dabei, sich mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen und verständnisvoll miteinander umzugehen.

Lieber Gott, wir bitten dich für uns alle: Wir wollen unseren Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben können. Hilf uns sorgsam mit der Welt, in der wir leben, umzugehen. Zeig du uns auch, wie wir als Gemeinschaft miteinander leben und füreinander da sein können, damit wir uns gegenseitig Stütze und Halt sind!

Vater im Himmel, in Gedanken sind wir bei den Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns; die schwere Zeiten durchleben müssen. Wir bitten dich: Hilf uns, unseren Mitmenschen in Not, Kraft und Hoffnung zu geben und lass sie deine Liebe und Nähe spüren, dass sie den Glauben an dich nicht verlieren!

Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Anregungen etwas anfangen, damit einer wundervollen Taufe nichts im Wege steht!

Buchtipp – Oje, ich wachse!

Heute möchte ich allen jungen Eltern (und denen, die es noch werden wollen) das Buch „Oje, ich wachse“ ans Herz legen. Ich selbst habe es zwar nur als Leihgabe im Besitz, aber nichtsdestotrotz finde ich es recht empfehlenswert. Natürlich wachsen Kinder auch ohne das Buch – unsere Küken wurden auch ohne das Buch groß -, doch v. a. beim ersten Kind tut es gut zu lesen, dass es zum einen „ganz normal“ ist, dass ein Kind mal mehr und mal weniger anstrengend ist, und zum anderen, dass es einen Grund hat, unleidlich zu sein ;-)

Das Buch „Oje, ich wachse!“ wurde von den Psychologen Dr. Hetty van de Rijt und Prof. Dr. Frans X. Plooij geschrieben. Viele Jahre erforschten die beiden die Beziehung zwischen Eltern und Baby. Bei ihren Beobachtungen und Untersuchungen stellten sie fest, dass alle Babys im selben Alter anders waren als sonst: weinerlicher, empfindlicher, anstrengender, … eben einfach schwieriger! Diese Phasen sind nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kleinen nicht ganz einfach; das Wachsen ist nun mal kein Zuckerschlecken … zumindest nicht immer!

Dass der Körper eines Kindes in Schüben wächst, ist allseits bekannt. Von einem Tag auf den anderen passen beispielsweise die ganzen Kleider nicht mehr und es muss die nächste Kleidungsgröße her. Auch die geistige Entwicklung erfolgt in Sprüngen. In den ersten 14 Lebensmonaten macht das Kleinstkind acht solche Entwicklungssprünge durch. Diese Sprünge sind weder für das Baby noch für die Eltern besonders angenehm. Dem Kind eröffnet sich mit einem Mal eine völlig neue Welt, mit der es fertig werden muss, und dementsprechend verstört ist es natürlich auch, womit die Eltern wiederum fertig werden müssen.
Das Buch bietet den Eltern Hilfestellung, Verständnis für den Nachwuchs und Vorschläge und Anregungen, um die Entwicklung zu unterstützen. Außerdem kann die Entwicklung des eigenen Kindes darin dokumentiert werden.
Auf die einzelnen Sprünge wird sehr ausführlich eingegangen. Stets wird beschrieben, woran erkennbar ist, dass sich der nächste Sprung ankündigt, zu welchen Fähigkeiten das Baby in dieser Zeit Zugang erhält, wie die Eltern die neuen Fertigkeiten des Kindes spielerisch fördern können und wann der Sprung geschafft ist. Dabei wird immer wieder auf folgendes hingewiesen: Ein Baby kann zum einen natürlich nicht alles auf einmal lernen, sondern setzt seine eigenen Schwerpunkte.  Zum anderen bedeutet der Zugang zu neuen Fähigkeiten nicht, dass es die Fertigkeiten sofort besitzt, sondern lediglich dass es die Möglichkeit hat, diese zu erlernen.
Nach 14 Monaten hört das Kind natürlich nicht auf, sich weiter zu entwickeln und zu wachsen, doch es hat nun Zugang zu allen Fähig- und Fertigkeiten, um sich in der Welt zurecht zu finden und kann das, was es bereits gelernt hat, weiter ausbilden und vertiefen.

Vollzeit-Mama aus Leidenschaft

Immer wieder mal kursieren in sozialen Netzwerken solche und ähnliche Texte:

„An alle, die meinen, dass sie immer sooo harte 8 Stunden arbeiten!!!
Ob ich arbeite? Ja, ich arbeite – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr! Warum? Ich bin MAMA!!!
Ich bin Vollzeitmanagerin, Köchin, Reinigungsdienst, Chefeinkäuferin, Lehrerin, Schiedsrichter, Erzieherin, Sanitäter, Krankenschwester, Handwerker, Taxi, ein Berater und Tröster und noch vieles mehr! Ich habe KEINEN Urlaub oder andere freie Tage, denn ich arbeite Tag und Nacht – ob ich gesund bin oder krank! Ich bin rund um die Uhr auf Abruf verfügbar! Und jetzt sag mir noch einmal jemand, seine Aufgabe wäre schwieriger als meine!!!“

Ich persönlich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die solche Texte teilen oder liken. Denn ich habe es nicht nötig, mich dafür zu rechtfertigen, dass ich einfach „nur“ Mama bin – und das aus Überzeugung und Leidenschaft!!!
Und dennoch überkommt mich manchmal die Frage, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache. Vielleicht sollte ich einfach mal nichts tun – z.B. die Kinder nicht wickeln (die Armen!), ihnen nichts zu essen geben (die Armen!!), sie nicht trösten und auch nicht mit ihnen spielen (die Armen!!!), keine Spaziergänge machen (Frischluft ist ja eh eher schädlich ;-) ) und auch keinen Haushalt machen (okay, damit könnte man evtl. noch klar kommen, wenn man jemand anderes als ICH wäre). Wenn ich das durchziehen würde, müsste ich mir allerdings gaaaanz viel Oropax besorgen und mich in irgendeinem Zimmer einsperren, sonst wär ganz schnell ich die Ärmste mit hungrigen, übermüdeten, gelangweilten und vor allem schreienden Kindern an der Backe …

Um mein „schlechtes Gewissen“ zu beruhigen, weil ich außer wickeln, füttern, spielen, spazierengehen, trösten, Essen kochen, Wäsche waschen und bügeln, putzen, … nichts tue, sorg ich aber natürlich dafür, genügend Arbeit zu haben.
So überlege ich mir beispielsweise gezielte Angebote für meine Kinder. Beim Kleinen beschränkt sich das auf Singspiele mit Armen und Beinen, Babygymnastik, Finger- und Kniereiterspiele und miteinander zu „reden“. Das Freispiel ist bei unserem Großen schon sehr routiniert. Er freut sich selbstverständlich genauso über Lieder, Fingerspiele und Kniereiter; und auch Babymassage ist jetzt wieder in, nachdem der Kleine sie bekommt. Trotzdem gehört das alles wie das Bauen mit den Duplo-Steinen, das Ansehen von Büchern sowie das Spielen mit der Murmelbahn eher zu den alltäglichen Beschäftigungen. Aber mit ein paar einfachen Freizeitbeschäftigungen kann man ihn schon auch noch glücklich machen: Das Wasser-Panschen auf der Terrasse bei 30 Grad – nur mit Windel bekleidet – machte unserer Wasserratte riesigen Spaß. Auch das Selbermachen von Fingerfarben und damit auf einem überdimensional großen Blatt Papier zu schmieren war ein solches Highlight. Dank meines Berufes mangelt es an Ideen zur Freizeitgestaltung nicht und ihr werdet hier sicher nach und nach Anregungen von mir mit Bildmaterial vom Kleinen bekommen :-)
Etwas für sich selbst zu tun, ist allerdings auch als Vollzeit-Mama erlaubt. Ich habe in der zweiten Schwangerschaft das Häkeln für mich entdeckt und erst einmal mit einem Erstlingsmützchen für den Zweitgeborenen und einer Sommermütze für den Erstgeborenen angefangen, der Vorhang für das Badezimmerfenster ist nun auch bald fertig und als nächstes steht eine Krabbeldecke auf dem Programm. Um mal aus dem Haus zu kommen und etwas nur für mich ohne Kinder zu tun, gehe ich jetzt einmal wöchentlich zu einem Aerobic-Kurs (wenn mir das nicht mehr gefällt, such ich mir was anderes ;-) ). Meine absolute Lieblingsbeschäftigung ist allerdings die Kontaktpflege zu Familie und Freunden – da findet sich auch immer ein Grund, einen Kuchen zu backen oder etwas Besonderes zu kochen :-) Die Zeit, wenn die Kinder ihren Mittagsschlaf machen, verbringe ich zumeist am Computer, wenn nichts anderes zu tun ist. Da schreibe ich Artikel und Blogeinträge für unsere Internetseiten, pflege meine Online-Kontakte und mehr weiß ich zur Zeit gar nicht zu tun am PC. (Sollte jemand Schreibarbeiten für mich haben, die ich von zu Hause aus erledigen kann bei freier Zeiteinteilung, dann her damit!!!) Wenn es mir neben all diesen Dingen tatsächlich mal langweilig werden sollte, dann mach ich mich mal daran, einen neuen Wohnzimmertisch zu mosaiken – unser alter Mosaiktisch wird zukünftig nämlich das Gästezimmer zieren.

Wenn ich mir diesen Eintrag so durchlese, dann finde ich es vollkommen in Ordnung, als Vollzeit-Mama durch das Leben zu gehen. Es gibt genügend Dinge, mit denen man sich die Zeit sinnvoll vertreiben kann. Bleibt nur eine Frage: Wer finanziert mir dieses Leben??? ;-)

Hilfe, wir wachsen!!!

Das größte und schönste Geschenk, das man sich nur wünschen kann, ist eine eigene kleine Familie – und so haben wir uns natürlich riesig gefreut, als sich bei uns der zweite Nachwuchs angekündigt hat! Je näher der Geburtstermin rückte, desto größer wurde die Freude und die Spannung auf das Familienleben mit zwei kleinen Zwergen mit einem Altersabstand von nur 15 Monaten.
Wir beschäftigten uns mit Fragen wie „Was mache ich mit dem Großen, wenn ich den Kleinen stille?“ oder „Wie gehen wir mit der Eifersucht auf das kleine Geschwisterchen um?“ oder „Kann man das zweite Kind genauso lieb haben wie das erste?“ oder „Muss ich den Großen vernachlässigen?“ oder oder oder, doch zum Glück haben wir das nicht all zu intensiv getan – das wäre nämlich nur vertane Zeit gewesen!
Selbstverständlich kann man sich über solche und ähnliche Fragen viele Gedanken machen, doch planen lässt es sich sowieso nicht im Vornherein und dann ist es am einfachsten, sich den Kopf nicht schon vorher zu zerbrechen, sondern erst dann, wenn es nötig ist!

Eine große Umstellung ist es für ein Paar, wenn plötzlich ein Kind da ist, das den Alltag dominiert – und viele kleinere Umstellungen folgen, z.B. wenn das Kind anfängt, Brei zu essen oder auf einmal krabbeln und laufen kann. Dann ist es nämlich nötig, sich über Treppenschutzgitter, Steckdosensicherungen u.ä. Gedanken zu machen, und feste Essenszeiten mit größerem Zeitaufwand einzuplanen.
Letzteres ist allerdings nicht das Schlechteste, denn das hat sich auch positiv auf meine Ernährung ausgewirkt: Ich nehme mittlerweile ein Frühstück zu mir, esse vier bis fünf kleine Mahlzeiten und es gibt zu fast jeder Mahlzeit Obst oder Gemüse.
Diese kleineren Umstellungen passieren jedoch von ganz alleine und sind eigentlich nicht der Rede wert.

Das zweite Kind – und vermutlich auch noch folgende Kinder – bedeutet keine große Umstellung mehr, denn die Eltern haben sich an den Alltag mit Kind ja bereits gewöhnt.
Es ist zwar eine Tatsache, dass ein Baby nachts noch nicht durchschläft und man bzw. frau daher in der Nacht meistens mehrmals aufstehen muss und weniger Schlaf bekommt, doch ebenso ist es eine Tatsache, dass ein Baby tagsüber sehr viel schläft. Im Normalfall braucht auch ein Kleinkind noch einen Mittagsschlaf und da sollte es zu schaffen sein, dass sich die übernächtigte Mutter (oder vielleicht auch der übernächtigte Vater) am Tag mal ein Stündchen mit hinlegt. Die Stillzeit lässt sich gut als Kuschel-, Lese- oder Spielzeit nutzen, denn eine Hand ist ja immer frei. Eifersüchteleien gibt es bei uns fast gar nicht, denn dazu ist unser Großer einfach zu neugierig; er will nur immer dabei sein, damit er nichts verpasst :-)

Das einzige, worüber ich mir am Anfang wirklich viele Gedanken gemacht habe, war die Sorge, dass ich nicht allen beiden gerecht werden kann, doch ich kann alle Eltern beruhigen, die vielleicht dieselben Ängste haben! Auch wenn das erste Kind die Messlatte auf der „Beliebtheitsskala“ natürlich sehr hoch gehängt hat – das zweite (oder auch dritte, vierte, …) Kind steht dem in gar nichts nach! Sowohl Vater als auch Mutter haben ganz automatisch alle ihre Kinder gleich lieb – jedes Kind hat seine eigene Art und Weise, die Eltern „um den Finger zu wickeln“! Aus diesem Grund ist es auch besonders schwer, die folgende Lektion zu lernen: Wer mehr als ein Kind hat, hat trotzdem nicht mehr Körperteile. Deshalb muss man ein Kind auch einmal warten lassen und man muss damit rechnen, dass es u.U. weint und schreit, weil es das nicht kennt. Diesen Lernprozess müssen Eltern und Kinder gemeinsam durchmachen – und das zu lernen ist von „einfach“ ziemlich weit weg. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Es geht!!!
Und wer das Ganze mit Ruhe und Gelassenheit angeht und auf sich zukommen lässt, der hat nichts zu befürchten :-)

Der BuggyPod

Auf diesen Fotos könnt ihr den coolsten Beiwagen der Welt sehen – zumindest für kleine Kinder, die nur ungern auf längeren Spazierfahrten auf dem Trittbrett stehen oder gehen!

Unsere Spaziergänge finden in der Regel am Vormittag statt, nachdem nachmittags gaaanz lange geschlafen wird und da bin ich meistens alleine zu Hause. Ich hab zwar zwei Hände, aber mir fällt es trotzdem schwer, zwei Kinderwägen auf einmal zu schieben und so mussten wir eine Lösung finden, wie ich mit beiden Kindern gleichzeitig ausgehen kann. Natürlich hätte es auch ein Geschwisterwagen getan, doch die sind entweder doppelt so lang oder doppelt so breit wie ein normaler Wagen und da wäre es mit dem Transport im Kofferraum des Autos schwierig gewesen. Abgesehen davon sind die doppelt so breiten Kinderwägen auch beim Spazierengehen eher ungünstig, da einige Gehwege kaum breit genug für einen „normalen“ Kinderwagen sind :-( Doch zum Glück hat Ingo bei seiner Suche im Internet den BuggyPod gefunden!

Der BuggyPod lässt sich ganz einfach an (fast) jedes Kinderwagen-Modell anhängen mit einer Strebe, die am Gestell des Kinderwagens befestigt wird. Der Beiwagen wird an diese Strebe „geclippt“ und wenn dann noch das Rad des Buggys dran ist, kann der Nachwuchs schon bequem auf seinem Thrönchen Platz nehmen. Da sitzt er dann wie der Chef persönlich und hat alles im Blick :-) Praktischerweise lässt sich der BuggyPod auch einfach zusammenklappen, wenn er am Kinderwagen dran ist, so dass man ihn nicht jedes Mal wegnehmen muss, wenn man nur mit einem Kind oder aber zu zweit mit zwei Wägen unterwegs ist. Für den Transport im Pkw wird der Buggy weggemacht, so dass der Kinderwagen nicht mehr Platz benötigt als ein gewöhnlicher Wagen auch. Noch ein Vorteil des Kinderwagens mit BuggyPod ist, dass man ganz gut durch die Eingangsschranken und Kassen im Supermarkt kommt – allerdings nicht in allen :-( Da würde aber auch ein breiter Geschwisterkinderwagen nichts nützen… Mit zwei kleinen Kindern geht frau anscheinend einfach nicht einkaufen, sondern schickt den Mann nach der Arbeit los :-P

Unser Fazit:
In dem BuggyPod sitzt ein Kleinkind relativ bequem und kann gut mitgenommen werden. Für einen Ganztagesausflug wäre es vermutlich nichts, weil die Möglichkeit zum Hinlegen und Ausruhen fehlt. Die Rückenlehne lässt sich zwar nach hinten klappen, aber unser Küken ist offenbar zu dickköpfig, um seinen Kopf durch das Gestänge zu bekommen. Für unsere allmorgendlichen Spazierfahrten ist er jedoch prima und unser Großer sitzt sehr gern im Beiwagen – v.a. weil die Leute, denen wir begegnen, ihm die ganze Aufmerksamkeit schenken und nicht dem Baby, denn so ein tolles Gefährt sieht man schließlich nicht alle Tage :-)

Darf ich vorstellen? Mein neues Spielzeug!

Am 25. Juni 2012 haben meine Mama und mein Papa mich mit einem neuen Geschenk überrascht! 3370 g schwer und 54 cm groß war es um 11.06 Uhr an diesem Tag und sie nennen es „kleiner Bruder“ oder

Mir ist eigentlich ziemlich egal, wie es heißt – ich nenn es „deda“ und viel wichtiger ist mir, dass ich lange Spaß an dem Spielzeug habe und nichts kaputt mache ;-)

Natürlich ist dieser kleine Bruder nicht mit irgendeinem anderen Spielzeug zu vergleichen, das ich schon hab; er ist nämlich viel eigensinniger, aber auch interessanter und spannender! Zum Beispiel kann der Kleine Geräusche von sich geben ohne dass ich auf einen Knopf drücken muss. Allerdings ist das leider oft ganz schön laut, aber Spielzeug, das Krach macht, hat es so an sich, dass man die Lautstärke nicht regeln kann… Das kleine Baby kann aber noch mehr als schreien, niesen („atze“) oder sonstige Töne machen – es kann sich umsehen, lauschen, den Schnulli aus dem Mund fallen lassen, bei der Mama essen, trinken und die Milch dann wieder ausspucken und auch schon seine Haare wachsen lassen. Ich hab viel länger gebraucht, bis ich das gekonnt habe, aber dafür kann ich gaaanz viele andere Dinge, die ich dem Kleinen noch beibringen kann!!! Sabbern beim Schlafen mit offenem Mund kann er zum Beispiel noch nicht, sagen meine Tanten – und es scheint mir sehr erstrebenswert zu sein, das zu können ;-)

Meine Mama ist voll stolz auf mich, weil ich schon so ein großer Kleiner und ein ganz toller großer Bruder bin! Deshalb geb ich mir auch besonders viel Mühe, mit dem neuen Spielzeug zurecht zu kommen – auch wenn das manchmal ziemlich anstrengend sein kann! Doch auch für Mama und Papa ist das sicher nicht immer einfach, aber wenn die beiden so gelassen sein können, dann kann ich mit der Situation erst recht gechillt umgehen :-)

Hier habe ich mal ein Bild von dem kleinen Bruder – und eines von mir als Vergleich, nachdem so viele schon gesagt haben, dass er genauso aussieht wie ich. Ihr könnt ja dann mal auf die Suche nach Gemeinsamkeiten oder Unterschieden gehen – viel Spaß!

Taufe 1.0

Als Mitglieder der evangelischen Kirche, in der wir uns gut aufgehoben fühlen, war es für uns gar keine Frage, ob wir unser Küken taufen lassen und unter den Schutz und Segen Gottes stellen. Es musste nur geklärt werden, wann, wo und in welchem Rahmen wir das Fest feiern wollen, bei dem der Kleine in unsere christliche Gemeinschaft aufgenommen werden sollte.

Nachdem wir 2009 schon geübt haben, in großem Rahmen mit 120 – 150 Leuten zu feiern, war es uns ein Leichtes, eine Tauffeier mit nur einem Viertel oder einem Drittel der Gäste auf die Beine zu stellen. Wir haben festgestellt, dass es sich anbietet, in dieser Reihenfolge vorzugehen :-)

1. Taufgespräch mit dem zuständigen Pfarrer
Vor dem Taufgespräch macht es natürlich Sinn, schon ein paar Gedanken an den Taufgottesdienst verschwendet zu haben: Wer übernimmt das Patenamt? Welche Termine sind möglich bzw. gehen überhaupt nicht? Gibt es Wünsche und Anregungen, die für den Ablauf des Gottesdienstes wichtig sind oder berücksichtigt werden sollen? Welchen Taufspruch soll das Kind bekommen? Wer kann den Gottesdienst mitgestalten und z.B. eine Fürbitte lesen?
Für die Taufe sind einige Unterlagen notwendig. Zum einen sollten die Eltern zum Taufgespräch die Geburtsurkunde „für religiöse Zwecke“ und das Familien-Stammbuch mitbringen; zum anderen benötigt die Kirchengemeinde in der Regel einen Patenschein, wenn der Pate/die Patin nicht aus derselben Gemeinde kommt. Des Weiteren wird ein Anmeldeformular für die Taufe ausgefüllt, auf dem ein paar Daten zu den Eltern und dem Paten/der Patin festgehalten werden.
Beim Taufgespräch geht es vor allem um den Termin sowie um den Ablauf des Gottesdienstes. Gemeinsam überlegen der Pfarrer und das Elternpaar, welches Thema die Taufpredigt aufgreifen soll (normalerweise nimmt diese Bezug auf den Taufspruch), welche Lieder gesungen werden, welche Elemente des Gottesdienstes die Eltern oder andere Angehörige übernehmen wollen und ob besondere Aktionen den Gottesdienst ergänzen können. Bei der Taufe unseres Sprösslings konnten die Gäste vor der eigentlichen Taufhandlung einen Wunsch für den Täufling nennen und ein paar Tropfen Wasser in eine Schale gießen. Bei der Taufe wurde der Kleine dann sozusagen mit unseren guten Wünschen überschüttet :-)

2. Auswahl einer geeigneten Örtlichkeit für die Tauffeier nach dem Gottesdienst
Wenn feststeht, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der Taufgottesdienst stattfindet, dann kann man darüber nachdenken, wie der restliche Tag aussehen soll. Findet die Taufe im Hauptgottesdienst statt, kann anschließend beim Mittagessen weitergefeiert werden; wird der Nachwuchs an einem Nachmittag in einem eigenen Gottesdienst getauft, kann die Familie vorher miteinander zu Mittag essen und/oder im Anschluss an den Gottesdienst Kaffee & Kuchen anbieten. Bleibt noch die Frage, ob der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen soll oder ob es nicht irgendwann mal reicht ;-) Wenn diese Fragen beantwortet sind, ist nur noch zu entscheiden, ob man die Feier selbst auf die Beine stellen will bei sich zu Hause oder in einem Gemeindehaus oder ob es nicht stressfreier ist, in einer Gastwirtschaft oder einem Café zu feiern. Auch da gibt es meistens die Gelegenheit, selbst mitzugestalten und sich z.B. um  Kuchen und Tischschmuck zu kümmern.
Bei uns gab es einen eigenen Gottesdienst für die Taufe am Samstag nachmittag und wir begnügten uns bei der Feier auf Kaffee & Kuchen nach diesem, da ein Baby zwar viel schläft, aber den Rummel um sich herum natürlich trotzdem mitbekommt und irgendwann mal zur Ruhe kommen will. Den Blumenschmuck für die Tische sowie das Backen der Kuchen übernahmen wir selbst; mit heißen und kalten Getränken ließen wir uns vom Team des Würzburger Hofs versorgen.

3. Delegieren und Erledigen von Aufgaben
Natürlich können die Eltern des Täuflings nicht alle Arbeiten selbst übernehmen und es ist toll, wenn man auf die Hilfe von Familie und Freunden zurückgreifen kann. In der Praxis kann das so aussehen: Im Gottesdienst spricht die Patin einen Taufwunsch, die Familie liest die Fürbitten, eine künstlerisch begabte Tante gestaltet eine wunderschöne Taufkerze und bei der Feier engagiert man einen EJler als Fotograf, der eh den ganzen Tag nichts Besseres zu tun hat als zu fotografieren; die Großtante hat zufällig eine Gärtnerei und macht wunderschöne Tischgestecke und alle anderen, die noch nichts zu tun haben, aber etwas tun wollen, backen einen Kuchen. Und nachdem somit alle Aufgaben auf die vielen fleißigen, helfenden Hände verteilt sind, hat die Mama Zeit, ein Liedblatt für den Gottesdienst zu gestalten :-)

Spielend lernen

„Spielen ist nicht nur etwas für Kinder und auch nicht einfach nur ein Zeitvertreib, sondern eine Leidenschaft, die einen – einmal gepackt – nicht mehr so schnell loslässt!“ Das sag ich gerne zu Leuten, die nur verständnislos den Kopf schütteln, wenn sie hören, dass man zu Spieletreffs geht und dort Brett- und Kartenspiele mit Freunden spielt. Viele denken bei dem Wörtchen „spielen“ automatisch an Kinder, die miteinander in der Bau-Ecke Türme bauen, sich in der Puppen-Ecke verkleiden oder gemeinsam am Tisch Memory spielen.
Natürlich ist es eine Tatsache, dass  es mehr Kinder als Erwachsene gibt, die beim Spielen beobachtet werden können. Schließlich ist es so etwas wie der Beruf eines Kindes zu spielen, denn gerade durch das Spielen erwerben Kinder ganz viele Fähigkeiten, die sie brauchen, um den Alltag in unserer Gesellschaft meistern zu können.

Von Anfang an trainieren Babys ihre Fertigkeiten in verschiedenen Kompetenzbereichen (sozial, emotional, sprachlich, kognitiv, motorisch, kreativ, …). Durch ihr Schreien treten sie in Kontakt mit ihren Mitmenschen, in erster Linie mit den Eltern. So machen sie aufmerksam auf sich und ihre Bedürfnisse nach Essen und Trinken, einer neuen Windel oder Nähe und Geborgenheit. Sie versuchen, Geräusche, Mimik und Gestik der Eltern zu imitieren und lernen so mit anderen Menschen verbal und nonverbal zu kommunizieren. Sie fangen an, erst ihren Kopf und später dann den ganzen Körper zu drehen, um ihr Sichtfeld zu vergrößern und andere Dinge oder jemanden bzw. etwas bestimmtes zu sehen. Irgendwann beginnen sie nach Gegenständen zu greifen, um sie genauestens mit all ihren Sinnen untersuchen und erforschen zu können.
Die Liste hier könnte endlos fortgeführt werden, denn das Lernen hört ja bekanntlich nie auf. Allerdings würde das jetzt zu weit führen und ich belasse es bei den paar kleinen Beispielen :-)

In der Regel konzentrieren sich die Kleinen auf einen Schwerpunkt, der ihnen jetzt gerade wichtig ist und lassen dafür andere Bereiche links liegen. Es muss sich deshalb keiner Gedanken machen, wenn sein Baby erst einmal keine Ambitionen hat, sich umzudrehen und stattdessen lieber vor sich hin gluckst und plappert und so seine sprachlichen Fertigkeiten weiter ausbaut. Unser Kleiner hat sich auch lange Zeit nicht zur Seite drehen, geschweige denn sich ganz umdrehen wollen – und dann war er in unserer Krabbelgruppe einer der ersten, der gekrabbelt und gelaufen ist. Keine Ahnung, auf was er sich in der Zeit konzentriert hat, in der er nur herumgelegen ist, aber Eltern müssen auch nicht alles wissen ;-)

Hier auf den Fotos könnt ihr sehen, mit was sich unser Küken bisher so beschäftigt hat, wenn er nicht gerade die Mama auf Trapp halten oder ihr am Hosenbein hängen wollte!

Krabbelgruppe & Co.

Ein Kind zu haben ist ein Vollzeit-Job und kann daher u.U. einen 24-Stunden-Dienst bedeuten, denn man kann sein Kind nicht nach acht Stunden abstellen und sich seinem eigenen Leben widmen – das dürfte niemandem neu sein! Ebenso kann sich wohl jeder vorstellen, dass 24 Stunden ganz schön lang sein können und daher stellt sich die Frage, was man mit soviel Zeit anfängt, um nicht den ganzen Tag zu Hause herum zu sitzen und nur mit Babypflege und Haushalt beschäftigt zu sein. Deshalb hab ich hier ein paar Anregungen für alle, die auch mal raus wollen und ihrem Kind die Möglichkeit geben möchten, mit gleichaltrigen Babys in Kontakt zu kommen. Zudem ist der Austausch mit anderen Müttern nicht zu unterschätzen, denn es hilft ungemein zu sehen, dass man mit seinen „Problemen“ nicht alleine da steht.

Mit etwas Glück kann frau mit der Kontaktpflege schon bei einem Geburtsvorbereitungskurs anfangen und Telefonnummern und EMail-Adressen mit anderen netten Mamis austauschen, um eine Krabbelgruppe ins Leben zu rufen. Vor der Geburt können sich die Mamas näher kennen lernen und sobald die kleinen Lieblinge auf der Welt sind, lernen diese sich kennen. Gut, am Anfang liegen die Kleinen eher teilnahmslos nebeneinander und beobachten, was sich so in ihr Blickfeld traut, aber irgendwann robben und krabbeln sie tatsächlich los und dann wird es interessant… :-)

Auch der Babymassagekurs war eine gute Entscheidung, die ich nur empfehlen kann. Wir haben die Babymassage nach Leboyer als Abendritual vor dem Schlafengehen eingeführt und unser Kleiner hat die Streicheleinheiten wirklich genossen. Mittlerweile hat das zwar ein wenig nachgelassen, denn auf dem Wickeltisch rumliegen ist ja auch wirklich doof, aber hin und wieder lässt er sich noch immer dafür begeistern. Die angeleiteten Massage-Einheiten fand unser Sonnenschein zwar nicht so prickelnd, aber wer will auch schon vormittags kurz nach dem Aufstehen gleich wieder ins Bett gebracht werden?

So eine Schwangerschaft und Geburt ist kein Pappenstiel und um die Figur und das Gewicht von vor der Schwangerschaft möglichst schnell wieder zu bekommen, wollte ich ein wenig mehr tun als nur zur Rückbildungsgymnastik zu gehen. Das war der Grund, weshalb ich an dem Kurs „Mama-Sport“ teilgenommen habe.
„Nenn mich Hantel, Mama!“ Gymnastikübungen für die Mama, bei denen das Kind mit eingebunden wird, so dass es nicht nötig ist, einen Babysitter zu suchen – das ist durchaus eine lohnenswerte Investition gewesen! Viele Übungen sind durchaus dazu geeignet, sie auch zu Hause zu machen … wenn man sich dazu aufraffen kann. Ich muss zugeben, dass ich mich dazu eher selten aufraffen konnte, aber meine kleine „Hantel“ hat sich zum Glück immer wieder mal bemerkbar gemacht.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig war für unser Küken das Element Wasser, doch durch das Babyschwimmen hat sich das ganz schnell geändert. In viel Wasser zu planschen hat unserem Kleinen recht bald gefallen und das Baden war ab diesem Zeitpunkt auch viel spannender und interessanter. Mittlerweile ist es nicht einmal mehr so schlimm, Wasser über den Kopf zu bekommen – bloß das Duschen ist ihm noch suspekt… Mit dem Schwimmen ist es jedoch wie mit vielen anderen Dingen: Alleine und ohne feste Termine macht man vieles nicht mehr und so schaffen wir es nicht so regelmäßig ins Schwimmbad zu gehen, wie wir eigentlich gerne würden. Ich glaube, ich muss das als festen Termin im Kalender eintragen, damit das klappt :-)

Ein weiterer, sehr schöner Kurs war der Kletterzwerge-Kurs der FISS Elternschule in Würzburg. Da gibt es im Übrigen ganz viele Dinge, die bestimmt interessant sind und Spaß machen – nur leider eben in Würzburg :-( Aber davon abgesehen hat es sich schon rentiert und unser Küken hat dort bei dem Kurs jede Menge ausprobieren können und dementsprechend auch gelernt, was er zu Hause auch direkt angewendet hat (z.B. Treppen hochkrabbeln oder unter irgendwas durchkriechen).

Nun sind wir beim Mutter-Kind-Turnen für Kinder im Alter von 1 – 3 Jahren. Unser Spatz ist dort mit Abstand der Jüngste und kann daher auch noch nicht alle Übungen mitmachen. Manches klappt mit meiner Hilfestellung, aber manchmal macht er auch einfach, was er will – was allerdings die älteren Kinder auch ab und zu noch machen und sich deshalb wohl nicht daran stören. Ihm scheint das Ganze auf jeden Fall Spaß zu machen und das ist die Hauptsache! Außerdem kann es ja nicht schaden, sich von den älteren Kindern etwas abzugucken. So läuft er jetzt daheim sogar schon ein paar Schritte rückwärts – aber das ist noch geheim! Mal sehen, wann er das mal öffentlich machen will, wenn nicht nur ich dabei zusehe :-)