Buchtipp – Dienstanweisung an einen Unterteufel

Aus reinem Zufall bin ich vor ein paar Wochen auf das Buch „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ von C. S. Lewis, der im Übrigen auch „Die Chroniken von Narnia“ verfasst hat, gestoßen; mein eigentliches Interesse hatten die beiden vom selben Autor stammenden Bücher „Gott auf der Anklagebank“ und „Pardon, ich bin Christ“ geweckt. Dass ich dieses Buch als erstes in die Hand nahm und mir zu Gemüte führte, war auch eher ein Zufall; es war einfach das oberste der drei Bücher, die ich mir zum Lesen ausgeliehen habe. Allerdings war das kein unglücklicher Zufall, denn das Buch ist so lesenswert, dass ich es sogar direkt weiter empfehle ;-)

Der Leser erhält in diesem Buch eine Vielzahl an Briefen, die ein Onkel (Oberteufel) an seinen Neffen (Unterteufel) schickt. In diesen Briefen werden dem Neffen viele Ratschläge gegeben, wie er das Verhalten seines „Patienten“ so beeinflussen kann, dass dieser geradewegs den Weg in die Hölle einschlägt. Blöd ist natürlich nur, dass Gott, der sogenannte Feind, den Menschen einen freien Willen geschenkt hat, den man ständig im Blick haben muss. Außerdem hat der Feind auch so seine Waffen, mit denen er seine Schäfchen stets versucht, auf den rechten Weg (zurück) zu führen.

Ich muss gestehen, dass ich manche Stellen in den Briefen mehrfach lesen musste, um die Aussage zu verstehen, denn die Sätze sind manchmal so unsagbar lang und mit so vielen Nebensätzen und Zwischensätzen gespickt – die zudem auch noch ein Fremdwort nach dem anderen enthalten -, dass man schon wieder den Anfang vergessen hat, wenn man am Ende angekommen ist. Klar soweit?! Aber wieso sollte man sich auch der Annahme hingeben, dass der Teufel sich klar und verständlich ausdrückt? Dann würde ja jeder Mensch gleich kapieren, was da gespielt wird :-)
War man beim Lesen eben noch verwirrt über die unverständlich ausgedrückten Vorschläge des Onkels, so bekommt man im nächsten Moment regelrecht einen Spiegel vorgehalten. Manche Gedankengänge und Verhaltensmuster, die dem Patienten im Buch eingetrichtert werden, kommen mir von mir selbst und auch von meinen Mitmenschen sehr bekannt vor – und die Vorstellung, dass ein Mensch so leicht zu lenken ist, ist wirklich erschreckend.
Doch – Gott sei Dank! – hat auch Gott selbst seine Finger im Spiel und lässt nicht zu, dass ein Mensch so ohne weiteres des Teufels fette Beute wird. In ganz vielen der Dienstanweisungen wird Gottes Wirken deutlich gemacht und die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen wird dem Leser sehr eindrücklich vermittelt!

Das Buch eignet sich gut für Leute, die keine leichte Lektüre suchen, die man mal so nebenbei liest. Zwar sind die Kapitel schön kurz und schnell gelesen, aber sie regen den Leser – ob er will oder nicht – zum Nachdenken an – was allerdings kein Nachteil ist. Der Glaube an Gott ist ein Thema, über das es sich nachzudenken lohnt!
An die Existenz des Teufels kann man glauben, um Gefallen an diesem Buch zu haben – muss man aber nicht! Zum Lesen dieses Buches ist das völlig gleich; zu diesem Thema hat sowieso jeder seine eigene Meinung und ein Richtig oder Falsch gibt es eigentlich nicht – jeder hält das für richtig, was er selbst glaubt! Wer an die Existenz des Teufels sowie an die Anwesenheit von Ober- und Unterteufel glaubt, der hat nun dank diesem Buch immer eine gute Entschuldigung für seine Verhaltensweisen und Eigenarten; wer nicht daran glaubt, der muss sich an die eigene Nase fassen und die Gründe für das Verhalten bei sich selbst suchen ;-)

Buchtipp – Oje, ich wachse!

Heute möchte ich allen jungen Eltern (und denen, die es noch werden wollen) das Buch „Oje, ich wachse“ ans Herz legen. Ich selbst habe es zwar nur als Leihgabe im Besitz, aber nichtsdestotrotz finde ich es recht empfehlenswert. Natürlich wachsen Kinder auch ohne das Buch – unsere Küken wurden auch ohne das Buch groß -, doch v. a. beim ersten Kind tut es gut zu lesen, dass es zum einen „ganz normal“ ist, dass ein Kind mal mehr und mal weniger anstrengend ist, und zum anderen, dass es einen Grund hat, unleidlich zu sein ;-)

Das Buch „Oje, ich wachse!“ wurde von den Psychologen Dr. Hetty van de Rijt und Prof. Dr. Frans X. Plooij geschrieben. Viele Jahre erforschten die beiden die Beziehung zwischen Eltern und Baby. Bei ihren Beobachtungen und Untersuchungen stellten sie fest, dass alle Babys im selben Alter anders waren als sonst: weinerlicher, empfindlicher, anstrengender, … eben einfach schwieriger! Diese Phasen sind nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kleinen nicht ganz einfach; das Wachsen ist nun mal kein Zuckerschlecken … zumindest nicht immer!

Dass der Körper eines Kindes in Schüben wächst, ist allseits bekannt. Von einem Tag auf den anderen passen beispielsweise die ganzen Kleider nicht mehr und es muss die nächste Kleidungsgröße her. Auch die geistige Entwicklung erfolgt in Sprüngen. In den ersten 14 Lebensmonaten macht das Kleinstkind acht solche Entwicklungssprünge durch. Diese Sprünge sind weder für das Baby noch für die Eltern besonders angenehm. Dem Kind eröffnet sich mit einem Mal eine völlig neue Welt, mit der es fertig werden muss, und dementsprechend verstört ist es natürlich auch, womit die Eltern wiederum fertig werden müssen.
Das Buch bietet den Eltern Hilfestellung, Verständnis für den Nachwuchs und Vorschläge und Anregungen, um die Entwicklung zu unterstützen. Außerdem kann die Entwicklung des eigenen Kindes darin dokumentiert werden.
Auf die einzelnen Sprünge wird sehr ausführlich eingegangen. Stets wird beschrieben, woran erkennbar ist, dass sich der nächste Sprung ankündigt, zu welchen Fähigkeiten das Baby in dieser Zeit Zugang erhält, wie die Eltern die neuen Fertigkeiten des Kindes spielerisch fördern können und wann der Sprung geschafft ist. Dabei wird immer wieder auf folgendes hingewiesen: Ein Baby kann zum einen natürlich nicht alles auf einmal lernen, sondern setzt seine eigenen Schwerpunkte.  Zum anderen bedeutet der Zugang zu neuen Fähigkeiten nicht, dass es die Fertigkeiten sofort besitzt, sondern lediglich dass es die Möglichkeit hat, diese zu erlernen.
Nach 14 Monaten hört das Kind natürlich nicht auf, sich weiter zu entwickeln und zu wachsen, doch es hat nun Zugang zu allen Fähig- und Fertigkeiten, um sich in der Welt zurecht zu finden und kann das, was es bereits gelernt hat, weiter ausbilden und vertiefen.