Taufe 2.0

Am letzten Wochenende haben wir die 2. Taufe erfolgreich hinter uns gebracht. Gut, dass wir schon eine Taufe gefeiert und einen Bericht zur Vorgehensweise verfasst haben – daran konnten wir uns bei der Planung und Organisation der Taufe 2.0 wunderbar halten.

Aber wer meint, dass es deshalb nicht noch etwas zum Thema Taufe zu schreiben gibt, der irrt sich gewaltig :-) In diesem Artikel präsentiere ich euch Anregungen und Ideen für schöne Taufsprüche, Tauflieder und Fürbitten.
Natürlich muss die Familie des Täuflings sich nicht zwangsläufig Gedanken machen über den Ablauf des Taufgottesdienstes, denn ein jeder Pfarrer hat diesen schon; er hat Vorschläge für Taufsprüche, kennt passende Lieder und in den Fürbitten muss nur noch der Name des Täuflings eingesetzt werden ;-) Doch der Gottesdienst wird persönlicher, wenn sich die Eltern und Angehörigen selbst ein bisschen kümmern und einbringen.

Der Gottesdienst kann wunderbar um den Taufspruch herum geplant werden, also ist der Taufspruch das erste, was man suchen sollte. Der Taufspruch soll dem Kind in allen Lebenslagen ein guter Begleiter sein und es jederzeit daran erinnern, dass Gott es von Geburt an als sein Kind angenommen hat, es bedingungslos liebt und in guten wie in schlechten Zeiten an seiner Seite ist.

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen; dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen spitzen Stein stoßest.“ (Psalm 91, 11+12)
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139, 5)
„Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.“ (Josua 1, 5b)
„Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ (Psalm 121, 3)
„Siehe, in die Hände habe ich dich eingezeichnet.“ (Jesaja 49, 16)
„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ (Psalm 73, 23)
„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23, 1) 
„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft: Vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27, 1)
„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12)
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43, 1b) 

Es ist unglaublich! Da haben es doch tatsächlich auch Bibelverse in meine Top 10 geschafft, die nicht in den Psalmen zu finden sind – aber dennoch sind für mich die Psalmenschreiber immer noch die besten „Sprücheklopfer“ ;-)

Nachdem die Wahl des Taufspruchs getroffen wurde, kann man sich auf die Suche nach Taufliedern machen. Zu vielen der o. g. Bibelverse aus den Psalmen gibt es Lieder, die sich natürlich auch schön in einem Gottesdienst singen lassen. Zahlreiche weitere Lieder speziell zur Taufe finden sich außerdem in den kirchlichen Gesangbüchern. Doch es wird sich auch kein Pfarrer quer stellen, wenn ein „weltliches“ Lied gesungen oder vorgetragen werden soll.

Aus dem Liederbuch „Kommt, atmet auf“
„Segne dieses Kind“, „Gott sagt uns immer wieder“, „Kindermutmachlied“, „Er hält die ganze Welt“
Die letzten drei Lieder bieten sich vor allem dann an, wenn viele Kinder mit im Gottesdienst sind, da diese sowohl im Kindergarten als auch in der Schule gern gesungen werden.
Aus dem Evang. Gesangbuch
„Von allen Seiten umgibst du mich, o Herr“, „Weil ich Jesu Schäflein bin“, „Ein Kind ist angekommen“
Bei dem Lied „Es ist ein Kind angekommen“ kenne ich die Melodie leider nicht und kann nicht garantieren, dass es wirklich schön ist, aber der Text gefällt mir sehr gut :-)
Aus sonstigen Liederbüchern ;-)
„Du bist du“, „Sind so kleine Hände“

Kommen wir zu guter letzt noch zu den Fürbitten! Diese können von Familienangehörigen (Eltern, Paten, Großeltern, …) einfach vom Pfarrer genommen und vorgelesen werden, doch auch das Formulieren von Fürbitten ist nicht so schwer wie es sich anhört. Denn eine Fürbitte ist im Prinzip nichts anderes wie ein Gebet und ein Gebet ist nichts anderes wie das Reden mit Gott und mit Gott kann man eigentlich so reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist ;-)
Beim Fürbittgebet geht es darum, Gott für andere Menschen zu bitten, die seinen Beistand, seine Hilfe, seine Liebe, seine … brauchen. Im Taufgottesdienst bietet es sich daher an, für den Täufling, seine Eltern und Paten, für die Familie des Getauften, für seine Gemeinde und natürlich auch für die Welt, in der er lebt, zu bitten.

Guter Gott, wir bitten dich für den kleinen …: Gib ihm Menschen an die Seite, die ihm den Glauben an dich weitergeben und stärken. Lass ihn deine Liebe spüren und schenke ihm deinen Segen, damit er zum Segen für andere werden kann. Beschütze … zu allen Zeiten und begleite ihn auf seinen Wegen!

Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Eltern und die Patin: Hilf ihnen, für … ein gutes Vorbild im Glauben und Leben zu sein. Gib ihnen immer wieder Kraft, … geduldig zu begleiten und ihm Halt zu geben. Steh ihnen bei, dass sie sich in schweren Zeiten durch den Glauben an dich getröstet und geborgen fühlen!

Herr, wir bitten dich für die Familie: Die Familie soll ein Ort sein, an dem man sich sicher und geborgen fühlen kann und vor allem so sein darf, wie man ist. Hilf den Familienangehörigen dabei, sich mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen und verständnisvoll miteinander umzugehen.

Lieber Gott, wir bitten dich für uns alle: Wir wollen unseren Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben können. Hilf uns sorgsam mit der Welt, in der wir leben, umzugehen. Zeig du uns auch, wie wir als Gemeinschaft miteinander leben und füreinander da sein können, damit wir uns gegenseitig Stütze und Halt sind!

Vater im Himmel, in Gedanken sind wir bei den Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns; die schwere Zeiten durchleben müssen. Wir bitten dich: Hilf uns, unseren Mitmenschen in Not, Kraft und Hoffnung zu geben und lass sie deine Liebe und Nähe spüren, dass sie den Glauben an dich nicht verlieren!

Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Anregungen etwas anfangen, damit einer wundervollen Taufe nichts im Wege steht!

Taufe 1.0

Als Mitglieder der evangelischen Kirche, in der wir uns gut aufgehoben fühlen, war es für uns gar keine Frage, ob wir unser Küken taufen lassen und unter den Schutz und Segen Gottes stellen. Es musste nur geklärt werden, wann, wo und in welchem Rahmen wir das Fest feiern wollen, bei dem der Kleine in unsere christliche Gemeinschaft aufgenommen werden sollte.

Nachdem wir 2009 schon geübt haben, in großem Rahmen mit 120 – 150 Leuten zu feiern, war es uns ein Leichtes, eine Tauffeier mit nur einem Viertel oder einem Drittel der Gäste auf die Beine zu stellen. Wir haben festgestellt, dass es sich anbietet, in dieser Reihenfolge vorzugehen :-)

1. Taufgespräch mit dem zuständigen Pfarrer
Vor dem Taufgespräch macht es natürlich Sinn, schon ein paar Gedanken an den Taufgottesdienst verschwendet zu haben: Wer übernimmt das Patenamt? Welche Termine sind möglich bzw. gehen überhaupt nicht? Gibt es Wünsche und Anregungen, die für den Ablauf des Gottesdienstes wichtig sind oder berücksichtigt werden sollen? Welchen Taufspruch soll das Kind bekommen? Wer kann den Gottesdienst mitgestalten und z.B. eine Fürbitte lesen?
Für die Taufe sind einige Unterlagen notwendig. Zum einen sollten die Eltern zum Taufgespräch die Geburtsurkunde „für religiöse Zwecke“ und das Familien-Stammbuch mitbringen; zum anderen benötigt die Kirchengemeinde in der Regel einen Patenschein, wenn der Pate/die Patin nicht aus derselben Gemeinde kommt. Des Weiteren wird ein Anmeldeformular für die Taufe ausgefüllt, auf dem ein paar Daten zu den Eltern und dem Paten/der Patin festgehalten werden.
Beim Taufgespräch geht es vor allem um den Termin sowie um den Ablauf des Gottesdienstes. Gemeinsam überlegen der Pfarrer und das Elternpaar, welches Thema die Taufpredigt aufgreifen soll (normalerweise nimmt diese Bezug auf den Taufspruch), welche Lieder gesungen werden, welche Elemente des Gottesdienstes die Eltern oder andere Angehörige übernehmen wollen und ob besondere Aktionen den Gottesdienst ergänzen können. Bei der Taufe unseres Sprösslings konnten die Gäste vor der eigentlichen Taufhandlung einen Wunsch für den Täufling nennen und ein paar Tropfen Wasser in eine Schale gießen. Bei der Taufe wurde der Kleine dann sozusagen mit unseren guten Wünschen überschüttet :-)

2. Auswahl einer geeigneten Örtlichkeit für die Tauffeier nach dem Gottesdienst
Wenn feststeht, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der Taufgottesdienst stattfindet, dann kann man darüber nachdenken, wie der restliche Tag aussehen soll. Findet die Taufe im Hauptgottesdienst statt, kann anschließend beim Mittagessen weitergefeiert werden; wird der Nachwuchs an einem Nachmittag in einem eigenen Gottesdienst getauft, kann die Familie vorher miteinander zu Mittag essen und/oder im Anschluss an den Gottesdienst Kaffee & Kuchen anbieten. Bleibt noch die Frage, ob der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen soll oder ob es nicht irgendwann mal reicht ;-) Wenn diese Fragen beantwortet sind, ist nur noch zu entscheiden, ob man die Feier selbst auf die Beine stellen will bei sich zu Hause oder in einem Gemeindehaus oder ob es nicht stressfreier ist, in einer Gastwirtschaft oder einem Café zu feiern. Auch da gibt es meistens die Gelegenheit, selbst mitzugestalten und sich z.B. um  Kuchen und Tischschmuck zu kümmern.
Bei uns gab es einen eigenen Gottesdienst für die Taufe am Samstag nachmittag und wir begnügten uns bei der Feier auf Kaffee & Kuchen nach diesem, da ein Baby zwar viel schläft, aber den Rummel um sich herum natürlich trotzdem mitbekommt und irgendwann mal zur Ruhe kommen will. Den Blumenschmuck für die Tische sowie das Backen der Kuchen übernahmen wir selbst; mit heißen und kalten Getränken ließen wir uns vom Team des Würzburger Hofs versorgen.

3. Delegieren und Erledigen von Aufgaben
Natürlich können die Eltern des Täuflings nicht alle Arbeiten selbst übernehmen und es ist toll, wenn man auf die Hilfe von Familie und Freunden zurückgreifen kann. In der Praxis kann das so aussehen: Im Gottesdienst spricht die Patin einen Taufwunsch, die Familie liest die Fürbitten, eine künstlerisch begabte Tante gestaltet eine wunderschöne Taufkerze und bei der Feier engagiert man einen EJler als Fotograf, der eh den ganzen Tag nichts Besseres zu tun hat als zu fotografieren; die Großtante hat zufällig eine Gärtnerei und macht wunderschöne Tischgestecke und alle anderen, die noch nichts zu tun haben, aber etwas tun wollen, backen einen Kuchen. Und nachdem somit alle Aufgaben auf die vielen fleißigen, helfenden Hände verteilt sind, hat die Mama Zeit, ein Liedblatt für den Gottesdienst zu gestalten :-)